Alte Musik im Hier und Jetzt

Dienstag, 13. März 2018

Am 23. März spielt das Cölner Barockorchester in der Langen Konzertnacht. Als besonderen Gast bringt das Ensemble die Schauspielerin und Festivalleiterin Helene Grass nach Köln, die oft und gerne hier ist. Warum, erfahren wir im Gespräch mit ihr.


Zamus: Frau Grass, wie haben Sie das Cölner Barockorchester kennengelernt?

HG: „Das Orchester wurde mir von einer guten Freundin empfohlen. Sie sagte, das Ensemble könne vielleicht interessant sein für einen Auftritt im Rahmen des Literatur- und Musikfestes „Wege durch das Land“ in Ostwestfalen Lippe. Ich habe mir daraufhin die CD angehört und die Videos des Ensembles geschaut und war sehr begeistert. 2017 hat das Orchester dann bei uns gespielt. Naja, und jetzt hat das Orchester mich zu einer Zusammenarbeit eingeladen, was mich sehr freut.“

Zamus: Sind Sie denn Spezialistin für Alte Musik?

HG: (lacht) „Nein, nein, absolut nicht. Ich bin leidenschaftliche Musikhörerin und die Alte Musik, vor allem in kleinen Besetzungen, trifft mich irgendwie direkt ins Herz. Manchmal mehr als große Sinfonik. Mit der Capella de la Torre habe ich auch schon sehr schöne Produktionen gemacht und bin mit ihnen zum Beispiel bei den Heinrich-Schütz-Tagen in Weißenfels aufgetreten. Ich habe da auch Texte gelesen, so wie jetzt beim Kölner Fest für Alte Musik.

Zamus: Welche Texte lesen Sie in Köln?

HG: Wunderbare Lyrik zum Thema Krieg und Frieden. Andreas Hempel hat Gedichte rausgesucht, die zum musikalischen Programm passen, und ich lese unter anderem Texte von Gottfried Keller, Marie Luise Kaschnitz und vom vietnamesischen Autor Tê Hanh. Bekannte Gedichte wie das Marschlied von Erich Kästner oder Grodek von Georg Trakl sind auch dabei. Toll finde ich, dass das Orchester auch Schlagzeilen aus aktuellen Meldungen herausgesucht hat, die sich mit der klassischen Literatur vermischen. Für mich als politisch denkendem Menschen ist es wichtig, dass Themen explizit werden und ich finde es toll, wenn Konzertprogramme Musik der Vergangenheit ins Hier und Jetzt transportieren. Ich glaube, das wird passieren an diesem Konzertabend.

Zamus: Kommen Sie gerne nach Köln?

HG: Ja, sehr gerne sogar! Ich drehe hier regelmäßig für die ARD Serie Rentnercops. Da spiele ich eine Gerichtsmedizinerin. Ich wohne dann immer im Belgischen Viertel und fühle mich dort ausgesprochen wohl.

Zamus: Wir freuen uns sehr, Sie zu Gast zu haben! Vielen Dank für das Gespräch.

 

Helene Grass (*1974, Hamburg) ist in Berlin aufgewachsen.
Die Film- und Theaterschauspielerin erhielt ihre Ausbildung an der renommierten Otto Falckenberg Schule in München. Danach nahm sie Theater-Engagements u.a. in Zürich, Hamburg, Basel und Freiburg wahr und wirkte in zahlreichen Kino- und Fernsehfilmen mit. Beim ZDF gehört sie seit 2007 als Kommissarin Rosinsky zum Team der Krimireihe „Stubbe – von Fall zu Fall“. Sie arbeitete als Sprecherin bei verschiedenen Hörfunksendern (RBB, NDR, WDR u.a.), und für zahlreiche Hörbücher. Helene Grass ist außerdem als Moderatorin tätig. Gemeinsam mit ihrem Vater trat sie in einer literarisch-musikalischen Produktion über die Dichter der Romantik auf, die unter dem Titel „Des Knaben Wunderhorn oder die andere Wahrheit“ vielerorts gefeiert wurde. Helene Grass inszeniert unterschiedlich musikalisch-literarische Programme wie “Hilde, Cole und wir”, in denen sie auch als Sängerin auftritt.

 Foto: Jeanne Degraa 

 

Musikprogramm:

G.P. Telemann (1681-1767) „Klingende Geographie“

Dufay (1397-1474) „l`homme armé“ aus der „Missa l‘homme armé“

Francois Couperin (1668-1733) aus „Les Nations“

Cément Janequin (1485-1558) La guerre

Andreas Hammerschmidt (1611-1675) „Es danken Dir, Gott, die Völker“
für Solo-Bass und Orchester aus „Musikalische Andachten“

Gottfried H. Stölzel (1690-1749) „Es danken Dir, Gott, die Völker“
Kantate für Alt, Baß, Chor u. Orchester

 

Mitwirkende:

Helene Grass, Sprecherin
Kölner Vokalsolisten
Cölner Barockorchester 


 

Zamus Blog

Krönender Festival-Abschluss in den BALLONI Hallen

6.700 Besucher beim Kölner Fest für Alte Musik

UKULELE GEFÄLLIG?

Gewinnen Sie beim Kölner Fest für Alte Musik eine echte Ukulele.

Musikjournalistischer Nachwuchs beim Festival

Drei junge Studentinnen der TU Dortmund bereichern das Festival mit ihrem frischen Blick auf die Konzerte.

Haydn, Fontane und Lady Hamilton im LIVESTREAM

Zum Europäischen Tag der Alten Musik am 21. März geht das Festival wieder online. 

Alte Musik im Hier und Jetzt

Die Schauspielerin Helene Grass zu Gast beim Kölner Fest für Alte Musik.

Grüße aus Amsterdam

Die Pianistin Olga Pashchenko hat uns eine Videobotschaft geschickt. Einfach zauberhaft! Für ihr Konzert am 18. März gibt es noch Karten...

LIVESTREAMS beim Kölner Fest für Alte Musik

Falls die Grippewelle Sie ereilt hat, Sie aber gern dabei wären: Zwei Konzerte gibt's im Internet! 

WIEN SPIELT AUF


Am Sonntag, den 18. März versteckt sich im üppigen Programm des Festivals ein besonderer Leckerbissen. Musik von Rossini, Hummel und Beethoven.

Adrian Schvarzstein inszeniert "Cupid & Death" - Videopost

"Love and death...all art is on that theme anyway", sagt Dame Emma Kirkby. 

Blogger Workshop - Mitreden erwünscht!

Konzertrezensionen im Blogger Style - ist das die Zukunft? Stefan Grondelaers erklärt, wie's geht. 

Zu Besuch bei Francesca Caccini - ein Videopost

Musiktheater im ZAMUS. Wir waren bei der Probe und wollten wissen, worum es dabei geht. 

Christophe Coin zu Besuch im ZAMUS

Christophe Coin und Davit Melkonyan begeben sich im ZAMUS auf eine "romantisch virtuose Spurensuche" und präsentieren musikhistorische Erkenntnisse und Musik von Bernhard Romberg.

Krieg und Frieden

2018 jährt sich zum hundertsten Mal der Friedensschluss von Versailles, der gleichzeitig zum Keim eines neuen Krieges wurde. Wenn das Kölner Fest für Alte Musik vom 10. – 25. März in seine neue Ausgabe startet, ist das Anlass genug, die Verarbeitung von Gewalt und die Hoffnung auf Frieden direkt aus früheren Zeiten sprechen zu lassen.

Neuwahl im ZAMUS

Neues Vorstandsmitglied im ZAMUS

Erstes Benefizkonzert der KGAM

Mit einer Versteigerung in der Alten Versteigerungshalle unterstützt das ZAMUS die Kölner Tafel

40 Jahre Sequentia

Sequentia zählt zu den innovativsten Ensembles für mittelalterliche Musik in Europa. Wie schön, dass das Ensemble vor 40 Jahren in Köln gegründet wurde! Benjamin Bagby im Video-Interview. 

Wagner-Lesarten

Concerto Köln gibt Auftakt für ein echtes Mammut-Projekt 

Jugendensemble Alte Musik - Workshop des LMR im ZAMUS

Der Landesmusikrat NRW veranstaltet diesen Herbst den zweiten Teil des Workshops "Jugendensemble Alte Musik" in den Räumen des ZAMUS. 

Sommerfest!

Im großen Probensaal und auf der Dachterrasse feiern wir den Sommer. 

Vorstand der KGAM e.V. lobt Festival

6.400 Besucher in Köln, 6.000 Konzertaufrufe online

Carmina Burana Heute

Nobert Rodenkirchen spricht über Minnelieder, Frühlings- und Protestgesänge

Spoiler alert! Wir verraten Details zu Musica Fugit

Wer lieber nicht erfahren möchte, was ihn erwartet, der sollte hier nicht weiterlesen! 

Die Zauberflöte einmal anders

Guildo Horn (hier im neuen Festival-Video): Idealbesetzung mit 'Naturburschen-Charme'

Festival feiert Europäischen Tag der Alten Musik

Live Übertragung aus der Kölner Trinitatiskirche - Florian Deuter spielt Solowerke von J.S.Bach 

„Wir legen einen Köder aus“: Georg Kroneis über Fetish Baroque

Warum es Sinn macht, die burleske Fetisch-Szene und die leidenschaftlich-kunstvolle Barockmusik zu kombinieren.

Vivaldi und Bach – Greatest Hits mit Mónica Waisman und Florian Deuter

Mónica Waisman und Florian Deuter spielen Barockvioline und haben gemeinsam das Ensemble Harmonie Universelle gegründet. Beim diesjährigen Kölner Fest für Alte Musik allerdings treten sie getrennt voneinander an und präsentieren zwei Facetten des Festivals, die unterschiedlicher kaum sein könnten.

Deutschlandlied? Das Pleyel Quartett spielt auf.

Es wird schon geprobt für die Konzerte beim Kölner Fest für Alte Musik. Das zweite Abendprogramm beim Kölner Fest für Alte Musik trägt den Titel „Deutschlandlied".

MIGRAR – Ein Workshop mit Zeit für Emotionen im Zentrum für Alte Musik

Für Adrian Schvarzstein ist Flucht ganz real. Und auch wenn die Flucht im Musiktheaterstück MUSICA FUGIT, das im März erneut in Köln-Ehrenfeld stattfindet, eine gespielte ist, so kann sie doch Gefühle wecken, die wir im Alltag gern verdrängen.

Tom Lohner in der Schule

„Ich würde da kein blau nehmen“, sagt Tom Lohner zu Luca und Julia und gibt ihnen Tipps zur Farbgestaltung das Sommers.

Norbert Rodenkirchen hoch zwei

Der Kölner Flötist Norbert Rodenkirchen ist Experte auf dem Gebiet der mittelalterlichen Musik. Immer wieder transkribiert er Musik aus alten Schriften und richtet sie neu ein, um sie heute zur Aufführung zu bringen.

Schon kurz vor 4. Advent und immer noch keine Geschenke?

Im ZAMUS gibt’s Konzerttickets und noch bis Heilig Abend ein besonderes Angebot. Weihnachtsaktion: bis zum 24. Dezember gibt es das Wahlabo „TOP TE...