zur Übersicht
Termine

Bachs Geburtstag

Dienstag, 21. März 2017, 20:00 Uhr

Programm

JOHANN SEBASTIAN BACH

 

Partita III E-dur, BWV 1006
Preludio, Loure, Gavotte en Rondeau, Menuett I & II, Bourée, Gigue

 

Sonate II a moll, BWV 1003
Grave, Fuga, Andante, Allegro

 

Partita II d moll
Allemanda, Corrente, Sarabanda, Giga, Ciaccona

Mitwirkende

Florian Deuter, Barockvioline

Veranstaltungsort

Trinitatiskirche, Filzengraben 6, 50676 Köln

Eintrittspreise

20/12 €

Karten bei Köln Ticket 0221 2801, www.koelnticket.de
und allen angeschlossenen Vorverkaufsstellen
sowie über die ZAMUS-Servicehotline: 0221 98747379
oder: tickets@zamus.de

 

Johann Sebastian Bach wurde am 21. März 1685 in Eisenach geboren. Dieser Geburtstag wurde international zum „Europäischen Tag der Alten Musik“ erklärt, und gemeinsam mit der REMA, dem europäischen Netzwerk der Alte-Musik-Festivals, feiert auch das Kölner Fest für Alte Musik diesen Tag mit einem ganz besonderen Programm. Der Kölner Violinvirtuose Florian Deuter spielt zwei Partiten und eine Sonate von Johann Sebastian Bach, die die Violine als Soloinstrument komponiert sind. Wahrscheinlich stammen sie schon aus der Köthener Schaffensphase Bachs, und es ist nicht unwahrscheinlich, dass er selbst sie häufig auf der Geige gespielt hat. Diese hochkomplexen Werke scheinen zum Festivalthema der „Greatest Hits“ etwas quer zu stehen, wenn man mit „Hit“ nur die Massen-populäre Verbreitung benennt. Betrachtet man jedoch die Szene der Musiker, der Experten und der Liebhaber, dann sieht die Gewichtung einer Komposition ganz anders aus. Immer wieder benennen MusikerInnen gerade die Solowerke von Bach als die herausragendsten, die meiste Aufmerksamkeit verdienenden Kunstwerke der Musikgeschichte überhaupt. Und als solche sind sie eben hier auch im Hit-Festival auf dem richtigen Platz.


Florian Deuter kann auf eine bemerkenswerte Karriere im Bereich der historischen Aufführungspraxis zurückblicken. Sie begann 1986 mit der Einladung durch Reinhard Goebel zu Musica Antiqua Köln; wo er von 1994 bis 2000 auch die Konzertmeisterposition einnahm. Sein herausragendes Talent und seine unstillbare Energie brachten ihn schnell auch an die Spitze anderer renommierter Ensembles im Bereich der Alten Musik. So wirkte er als Konzertmeister u.a. beim Gabrieli Consort unter der Leitung von Paul McCreesh, bei Chapelle Royale und Collegium Vocale Gent unter Philippe Herreweghe und bei Marc Minkowskis Musiciens du Louvre. Hinzu kommen solistische Aufgaben und Konzertmeister-Positionen im Amsterdam Baroque Orchestra unter Ton Koopman, dem European Baroque Orchestra, Musica ad Rhenum und Capriccio Stravagante. 2003 gründete Florian Deuter das Ensemble Harmonie Universelle, um mit ihm die Kammermusik- und Orchesterliteratur des 17. und 18. Jahrhunderts neu zu entdecken.

 

Foto: Stefan Flach

Kalender 2017

GLÜCK, das mir verblieb

Freitag, 31. März 2017, 20:00 Uhr

In einer Zeit, in der weder Radio, noch CD noch iPod verfügbar waren, war die Motivation, sich die aktuelle Musik der Zeit nach Hause zu holen, selbstverständlich hoch. Und nachdem die bürgerliche Gesellschaft gegen den Adel auch kulturell immer weiter aufholte, gehörte schnell auch die Hausmusik zum guten Ton. Und spätestens ab Mitte des 19. Jahrhunderts gesellte sich zu Klavier und Streichinstrumenten noch ein weiteres Instrument, das den Salon wesentlich prägte: das Harmonium. Die reichen Valeurs und der volle Klang gaben auch kleinen Hausmusikensembles die Möglichkeit, ganz große Partituren vielschichtiger als früher wiederzugeben. Weltstar-Mezzosopran Iris Vermillion singt Wagners Wesendonck-Lieder und ausgewählte Opernszenen, begleitet vom Harmoniumquartett Le Quatuor Romantique und beschwört dabei eine Fin-de-Siecle-Atmosphäre, die im unvergleichlich schönen Lied der Marietta aus Erich Korngolds Oper „Die tote Stadt“ gipfelt: „Glück, das mir verblieb“.

 

Iris Vermillion feierte Ihren internationalen Durchbruch in Amsterdam als Dorabella und Cherubino unter Nikolaus Harnoncourt sowie bei den Salzburger Festspielen als Clairon (Capriccio). Seitdem ist sie regelmäßiger Gast der Staatsopern von Berlin, München, Wien und Dresden, an der Deutschen Oper Berlin und an der Mailänder Scala. Nach Mozart-Partien wie Sesto (La clemenza di Tito) oder Dorabella (Così fan tutte) ist sie inzwischen überwiegend in Opern von Strauss und von Wagner zu hören sowie in Werken wie Werther, Les Contes d’Hoffmann, Die Fledermaus sowie Lulu. Sie arbeitete mit Dirigenten wie Claudio Abbado, Semyon Bychkov, Daniel Barenboim, Riccardo Chailly, Michael Gielen, Marek Janowski, Georges Prêtre, Helmut Rilling, Fabio Luisi, Giuseppe Sinopoli und Georg Solti zusammen. An der Semperoper Dresden war sie in der Titelpartie von Schoecks Penthesilea zu erleben, für die sie 2008 mit dem Deutschen Theaterpreis „Der Faust“ ausgezeichnet wurde. Zu weiteren Gastengagements zählen u.a. Idamantes (Idomeneo) in der Bearbeitung von R. Strauss und L. Wallerstein an der Semperoper und bei den Salzburger Festspielen, Herodias (Salome) an der Münchner Staatsoper und am Teatro alla Scala, Tristan und Isolde konzertant unter Kurt Masur in Paris und am Teatro de la Maestranza in Sevilla sowie Venus in der Dresdner Fassung von Tannhäuser an der Oper Köln.

 

Foto: Robert Frankl