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Termine

Nun komm der Heiden Heiland

Mittwoch, 22. März 2017, 20:00 Uhr

Programm

Lutherkantaten von Johann Sebastian Bach
mit Chorälen zum Mitsingen


JOHANN SEBASTIAN BACH

Ach Gott, vom Himmel sieh darein, BWV 2

Nun komm, der Heiden Heiland, BWV 62

Christ unser Herr zum Jordan kam, BWV 7

Aus tiefer Not schrei ich zu dir, BWV 38

Mitwirkende

La Capella Ducale
Monika Mauch, Sopran
David Erler, Altus
Markus Brutscher, Tenor
Wolf Matthias Friedrich, Baß

 

Musica fiata
Roland Wilson, Musikalische Leitung

 

In Kooperation mit dem  EVANGELISCHEN KIRCHENVERBAND KÖLN UND REGION

Veranstaltungsort

Trinitatiskirche, Filzengraben 6, 50676 Köln 

Eintrittspreise

20/12 €

Karten bei Köln Ticket 0221 2801, www.koelnticket.de
und allen angeschlossenen Vorverkaufsstellen
sowie über die ZAMUS-Servicehotline: 0221 98747379
oder: tickets@zamus.de

Nicht wenige Historiker sehen in Martin Luthers Wertschätzung der Kirchenmusik einen ganz wichtigen Faktor zur Durchsetzung der Reformation. Die Choräle Luthers hätten eine ebenso aufrüttelnde wie emotionalisierende Kraft gehabt und es geschafft, als ideologische Hymnen den Menschen, die sie sangen, eine Identität zu verleihen. Und tatsächlich scheint die Popularität und die Energie von Luthers Dichtungen und auch von seiner Musik heute noch zu wirken, obwohl 500 Jahre vergangen sind. Roland Wilson hat für sein Konzert jene Kantaten von Johann Sebastian Bach zusammengestellt, die sich direkt auf originale Lutherchoräle beziehen. Und das Publikum ist eingeladen, in deren Aufführung einzustimmen.


Musica Fiata wurde 1976 gegründet als Ensemble für die Aufführung der Musik des 16.und 17.Jahrhunderts auf historischen Instrumenten, inzwischen beschäftigt sich das Ensemble um den Zinkenisten und Musikwissenschaftler Roland Wilson auch mit der Musik des Hochbarock. Ein ausführliches Studium der Quellen zur Aufführungspraxis, der originalen Instrumente dieser Epoche und ihrer Spieltechniken führte zur Entwicklung einer sprechenden Spielweise und eines charakteristischen Klanges, die selbst die dichtesten Strukturen transparent erscheinen lassen. Außer zahlreichen Rundfunk- und Fernsehaufnahmen hat Musica Fiata 30 CDs bei Sony Classical, Deutsche Harmonia Mundi, Pure Classics und CPO eingespielt, wovon mehrere mit internationalen Schallplattenpreisen ausgezeichnet worden sind.

 

Foto: Eberhard Zummach

 

Kalender 2017

GLÜCK, das mir verblieb

Freitag, 31. März 2017, 20:00 Uhr

In einer Zeit, in der weder Radio, noch CD noch iPod verfügbar waren, war die Motivation, sich die aktuelle Musik der Zeit nach Hause zu holen, selbstverständlich hoch. Und nachdem die bürgerliche Gesellschaft gegen den Adel auch kulturell immer weiter aufholte, gehörte schnell auch die Hausmusik zum guten Ton. Und spätestens ab Mitte des 19. Jahrhunderts gesellte sich zu Klavier und Streichinstrumenten noch ein weiteres Instrument, das den Salon wesentlich prägte: das Harmonium. Die reichen Valeurs und der volle Klang gaben auch kleinen Hausmusikensembles die Möglichkeit, ganz große Partituren vielschichtiger als früher wiederzugeben. Weltstar-Mezzosopran Iris Vermillion singt Wagners Wesendonck-Lieder und ausgewählte Opernszenen, begleitet vom Harmoniumquartett Le Quatuor Romantique und beschwört dabei eine Fin-de-Siecle-Atmosphäre, die im unvergleichlich schönen Lied der Marietta aus Erich Korngolds Oper „Die tote Stadt“ gipfelt: „Glück, das mir verblieb“.

 

Iris Vermillion feierte Ihren internationalen Durchbruch in Amsterdam als Dorabella und Cherubino unter Nikolaus Harnoncourt sowie bei den Salzburger Festspielen als Clairon (Capriccio). Seitdem ist sie regelmäßiger Gast der Staatsopern von Berlin, München, Wien und Dresden, an der Deutschen Oper Berlin und an der Mailänder Scala. Nach Mozart-Partien wie Sesto (La clemenza di Tito) oder Dorabella (Così fan tutte) ist sie inzwischen überwiegend in Opern von Strauss und von Wagner zu hören sowie in Werken wie Werther, Les Contes d’Hoffmann, Die Fledermaus sowie Lulu. Sie arbeitete mit Dirigenten wie Claudio Abbado, Semyon Bychkov, Daniel Barenboim, Riccardo Chailly, Michael Gielen, Marek Janowski, Georges Prêtre, Helmut Rilling, Fabio Luisi, Giuseppe Sinopoli und Georg Solti zusammen. An der Semperoper Dresden war sie in der Titelpartie von Schoecks Penthesilea zu erleben, für die sie 2008 mit dem Deutschen Theaterpreis „Der Faust“ ausgezeichnet wurde. Zu weiteren Gastengagements zählen u.a. Idamantes (Idomeneo) in der Bearbeitung von R. Strauss und L. Wallerstein an der Semperoper und bei den Salzburger Festspielen, Herodias (Salome) an der Münchner Staatsoper und am Teatro alla Scala, Tristan und Isolde konzertant unter Kurt Masur in Paris und am Teatro de la Maestranza in Sevilla sowie Venus in der Dresdner Fassung von Tannhäuser an der Oper Köln.

 

Foto: Robert Frankl

 

CEMBALO & CEMBALESS

Samstag, 1. April 2017, 20:00 Uhr

Ein ebenso kontrastreiches wie spektakuläres Doppelkonzert: Er ist der jüngste unter den Shootingstars der neu erwachenden Cembaloszene. Justin Taylor hat in den vergangenen Jahren fast alle Preise und Auszeichnungen gewonnen, die man in der Alten Musik holen kann. Nach Köln kommt er mit einem Programm, das einen besonders würzigen Akzent auf die Frage nach den Hits setzt. Denn die hochchromatischen Kompositionen, die er ausgewählt hat, gehören zum Komplexesten, was in der Cembalomusik zu spielen ist. Dennoch haben gerade durch ihre harmonische Widerborstigkeit Stücke wie Bachs „Chromatische Fantasie“ oder Solers „Fandango“ eine ganz große Aufmerksamkeit erkämpft. Ganz anders hingegen das Repertoire des jungen Ensembles Cembaless, die ganz ohne Tasteninstrument auskommen, wenn sie in Passacaglien und Ciaconen schwelgen, die im immergleich forttanzenden Bassrhythmus nicht nur sofort zu Herzen, sondern auch in die beine gehen…


Justin Taylor begann im Alter von elf Jahren in seiner Heimatstadt Angers, Cembalo zu lernen. Seine Leidenschaft für dieses Instrument veranlasste ihn, sein Studium am CNSM von Paris fortzusetzen. Im Jahr 2015 beendete er sein Masterstudium Cembalo mit höchsten Auszeichnungen, und im selben Jahr gewann er den ersten Preis beim Musica Antiqua Wettbewerb in Brügge (Belgien), wo er auch den Publikumspreis, den Alpha-Preis (für eine Aufnahme unter diesem renommierten Label) und den European Union Baroque Orchestra Developing Trust Prize erhielt, der an den vielversprechendsten jungen europäischen Barockmusiker verliehen wird. Justin wird von der Safran-Stiftung unterstützt.

 

Das junge, internationale Ensemble Cembaless gründete sich im Jahr 2014 aus den sechs Konzertsolisten Shen-Ju Chang, Stefan Koim, Brendan O’Donnell, Annabell Opelt, Elisabeth von Stritzky und Robbert Vermeulen. Der Name CEMBALESS nimmt die für die heutige Aufführungspraxis ungewöhnliche Besetzung ohne Cembalo im Continuo auf. Im August 2015 gewann das Ensemble den Publikumspreis des Biagio-Marini-Wettbewerbs in Neuburg an der Donau. Es folgte der Publikumspreis bei ZAMUS Spielwiese im März 2016.

 

Foto: Jean-Baptiste Millot
 

 

ZAMUS SPIELWIESE - TEIL II

Sonntag, 2. April 2017, 11:00 Uhr

Die Grossen Romantiker

Sonntag, 2. April 2017, 15:00 Uhr

Frank Deleu (geb. 1952 in Menen, Belgien) erhielt sein Diplom für Glockenspiel von der belgischen Carillonschule in Mecheln. 1980 erhielt er den ersten Preis des internationalen Carillonwettbewerbs in Dijon, Frankreich. Deleu konzertiert in Europa und den USA und Canada und spielte für den belgischen, deutschen, französischen, polnischen und schwedischen Rundfunk und Fernsehen. Sein Konzert in Gdansk ist auf CD veröffentlicht worden. Er schreibt Artikel zum Carillonwesen und ist Mitglied mehrerer Komitees, die sich mit dem Carillon und mit musikwissenschaftlichen Themen befassen. Frank Deleu war Produktionsmanager bei VRT, Flämisches Radio und Fernsehen, Sender Klara und Intendant des VRT Philharmonischer Orchester und Chor. Er war Stadtcarillonneur in Kortrijk und Izegem und ist heute Stadtcarillonneur in Brügge, Damme und Menen. 2011 wurde er zum Vorsitzenden der Flämischen Glockenspiel Vereinigung gewählt.

Missa L'homme Armé

Sonntag, 2. April 2017, 20:00 Uhr

„Einen Mann in Waffen sollst du fürchten“, mahnt das Lied „L’homme armè“, das seit den Zeiten des hundertjährigen Krieges zwischen Frankreich und England zu den beliebtesten und bekanntesten Melodien überhaupt gehörte. Aber das erklärt sicherlich nicht allein, warum zahlreiche Komponisten gerade dieses Lied als Cantus firmus in komplexen Messvertonungen zitiert haben. Ist das so, weil sie ihren Werken sozusagen einen „Antikriegscharakter“ einschreiben wollten, eine Anklage gegen eine Welt, die von mächtigen, brutalen Männern beherrscht wurde? Das phänomenale Vokalensemble Alamire vereint zwei der wichtigsten Messvertonungen, die sich auf das Lied über den „Mann in Waffen“ beziehen. Und die große feministische Autorin Jutta Heinrich redet dazu über eine Furcht, die heute nicht weniger aktuell ist als vor 700 Jahren.

 

Die Autorin Jutta Heinrich ist eine der wichtigsten Stimmen des deutschen Feminismus‘ und arbeitet in Werken wie „Das Geschlecht der Gedanken“ oder „Alles ist Körper“ an einer poetischen Philosophie der Gegenwartsgesellschaft.

 

Das Ensemble Alamire gehört seit zehn Jahren zu den wichtigsten Vocalconsorts der Welt. Zahlreiche Konzerte in Europa und den USA belegen ihren Erfolg ebenso wie CD-Einspielungen, die unter anderem mit dem renommierten Gramophone-Award für Alte Musik ausgezeichnet wurden. David Skinner unterrichtet Aufführungspraxis des Mittelalters und der Renaissance an der Universität von Cambridge.
 

Foto: Ensemble Alamire