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Termine

MUSICA FUGIT - Premiere

Donnerstag, 23. März 2017, 20:00 Uhr

Programm

Ein interaktives Musiktheater

 

JOHANN JACOB FROBERGER
Plaincte faite à Londres pour passer la Melancolie


BARBARA STROZZI
L’eraclito Amoroso: Udite, udite


ANONYMUS
An Italian Ayre: Fuggi, fuggi, fuggi


ANONYMUS
El Cant dels Ocells


ANONYMUS
Danny Boy
Scarborough Fair
An Italian Ground
Lochaber


SALOMONE ROSSI HEBREO
Sinfonia 16
Sonata ottava sopra l’Aria E tanto tempo hormai


BIAGIO MARINI
Sonata a tre sopra Fuggi, Fuggi, fuggi dolente core


ANDREA FALCONIERO
La Suave Melodia


CLAUDIO MONTEVERDI
Si dolce e il tormento


GASPARO ZANETTI
La Mantovana


ANONYMUS
All in a garden green
Paul’s Steeple
The Spanish Lady


ANONYMUS
Monferrine


JOHANN SEBASTIAN BACH
Aria „Schlummert ein, ihr matten Augen“
aus der Kantate „Ich habe genug“ BWV 82a

Mitwirkende

Gerlinde Sämann, Sopran

 

zamus ensemble,
Michael Hell, Musikalische Leitung


Theatergruppe Kamchàtka,
Adrian Schvarzstein, Künstlerische Leitung

 

FUGIT ist eine Originalproduktion des Theaters Kamchàtka. Die Kölner Fassung MUSICA FUGIT ist eine Musiktheaterversion, die speziell für und mit dem Kölner Fest für Alte Musik entwickelt wurde.

Veranstaltungsort

ZAMUS - Zentrum für Alte Musik Köln, Heliosstraße 15, 50825 Köln

Eintrittspreise

29/18 €

Karten bei Köln Ticket 0221 2801, www.koelnticket.de
und allen angeschlossenen Vorverkaufsstellen
sowie über die ZAMUS-Servicehotline: 0221 98747379
oder: tickets@zamus.de

Dieses Stück ist ein Abenteuer. Die Straßentheatergruppe Kamchàtka aus Barcelona stellt den Aufführungen ein Zitat voran: „In Zeiten wie diesen, ist Fliehen der einzige Weg, um am Leben zu bleiben und weiter zu träumen“. Unter diesem Motto verbinden sich Musik und Schauspiel zu einer ungewöhnlichen Aktion, an der das Publikum aktiv beteiligt ist. Festes Schuhwerk ist ebenso anzuraten wie warme Kleidung. Und die Bereitschaft, sich über Grenzen führen zu lassen…

So kündigten wir 2016 die Produktion FUGIT an. Und sie war ein beeindruckender Erfolg. Die Reaktionen von großen Teilen Publikum und der gesamten Presse war enthusiastisch. Unter die begeisterten Stimmen mischten sich aber auch einige der Kritik, der Überforderung und des Zorns. Man wird in dieser Aufführung nicht in Ruhe gelassen, man wird konfrontiert und nicht jeder konnte oder wollte das mitmachen. Für uns aber waren alle diese hoch emotionalen Reaktionen Anlass, das Projekt wieder aufzunehmen und auch weiterzuentwickeln. Adrian Schvarzstein und Kamchàtka haben dazu mit Kölner Flüchtlingen gearbeitet, von denen nun ebenfalls einige einen Part in den Aufführungen spielen werden: MUSICA FUGIT ist und bleibt eine Herausforderung.


Adrian Schvarzstein
, laut Eigendefinition eine Mischung aus Argentinier, Spanier und Italiener, ist Clown, Schauspieler, Regisseur für Zirkus und Theater – kurzum, ein echtes Multitalent und ein wahrhaftig energiegeladener Unterhalter. Er studierte ursprünglich die Kunst der Commedia dell’Arte in Italien, wurde aber bei seiner mittlerweile 20-jährigen beruflichen Tätigkeit von allen Spielarten des europäischen Theaters geprägt; ebenso von den Straßentheatertruppen, Zirkusgruppen und Opernkompanien. 2004 gründete Schvarzstein den Circus Klezmer. Seine mehrfach preisgekrönten Soloprogramme „The Greenman“, „The Bed“ und „Dans“ stellen die Interaktion mit dem Publikum in den Mittelpunkt. Schvarzstein kreierte das Straßentheater Kamchàtka, welches 2008 mit dem Miramiro-Preis ausgezeichnet wurd. Schvarzstein ist Stammgast des Kölner festes für Alte Musik, das ihm einige fantastische Theatererlebnisse verdankt.

 

Kalender 2017

GLÜCK, das mir verblieb

Freitag, 31. März 2017, 20:00 Uhr

In einer Zeit, in der weder Radio, noch CD noch iPod verfügbar waren, war die Motivation, sich die aktuelle Musik der Zeit nach Hause zu holen, selbstverständlich hoch. Und nachdem die bürgerliche Gesellschaft gegen den Adel auch kulturell immer weiter aufholte, gehörte schnell auch die Hausmusik zum guten Ton. Und spätestens ab Mitte des 19. Jahrhunderts gesellte sich zu Klavier und Streichinstrumenten noch ein weiteres Instrument, das den Salon wesentlich prägte: das Harmonium. Die reichen Valeurs und der volle Klang gaben auch kleinen Hausmusikensembles die Möglichkeit, ganz große Partituren vielschichtiger als früher wiederzugeben. Weltstar-Mezzosopran Iris Vermillion singt Wagners Wesendonck-Lieder und ausgewählte Opernszenen, begleitet vom Harmoniumquartett Le Quatuor Romantique und beschwört dabei eine Fin-de-Siecle-Atmosphäre, die im unvergleichlich schönen Lied der Marietta aus Erich Korngolds Oper „Die tote Stadt“ gipfelt: „Glück, das mir verblieb“.

 

Iris Vermillion feierte Ihren internationalen Durchbruch in Amsterdam als Dorabella und Cherubino unter Nikolaus Harnoncourt sowie bei den Salzburger Festspielen als Clairon (Capriccio). Seitdem ist sie regelmäßiger Gast der Staatsopern von Berlin, München, Wien und Dresden, an der Deutschen Oper Berlin und an der Mailänder Scala. Nach Mozart-Partien wie Sesto (La clemenza di Tito) oder Dorabella (Così fan tutte) ist sie inzwischen überwiegend in Opern von Strauss und von Wagner zu hören sowie in Werken wie Werther, Les Contes d’Hoffmann, Die Fledermaus sowie Lulu. Sie arbeitete mit Dirigenten wie Claudio Abbado, Semyon Bychkov, Daniel Barenboim, Riccardo Chailly, Michael Gielen, Marek Janowski, Georges Prêtre, Helmut Rilling, Fabio Luisi, Giuseppe Sinopoli und Georg Solti zusammen. An der Semperoper Dresden war sie in der Titelpartie von Schoecks Penthesilea zu erleben, für die sie 2008 mit dem Deutschen Theaterpreis „Der Faust“ ausgezeichnet wurde. Zu weiteren Gastengagements zählen u.a. Idamantes (Idomeneo) in der Bearbeitung von R. Strauss und L. Wallerstein an der Semperoper und bei den Salzburger Festspielen, Herodias (Salome) an der Münchner Staatsoper und am Teatro alla Scala, Tristan und Isolde konzertant unter Kurt Masur in Paris und am Teatro de la Maestranza in Sevilla sowie Venus in der Dresdner Fassung von Tannhäuser an der Oper Köln.

 

Foto: Robert Frankl

 

CEMBALO & CEMBALESS

Samstag, 1. April 2017, 20:00 Uhr

Ein ebenso kontrastreiches wie spektakuläres Doppelkonzert: Er ist der jüngste unter den Shootingstars der neu erwachenden Cembaloszene. Justin Taylor hat in den vergangenen Jahren fast alle Preise und Auszeichnungen gewonnen, die man in der Alten Musik holen kann. Nach Köln kommt er mit einem Programm, das einen besonders würzigen Akzent auf die Frage nach den Hits setzt. Denn die hochchromatischen Kompositionen, die er ausgewählt hat, gehören zum Komplexesten, was in der Cembalomusik zu spielen ist. Dennoch haben gerade durch ihre harmonische Widerborstigkeit Stücke wie Bachs „Chromatische Fantasie“ oder Solers „Fandango“ eine ganz große Aufmerksamkeit erkämpft. Ganz anders hingegen das Repertoire des jungen Ensembles Cembaless, die ganz ohne Tasteninstrument auskommen, wenn sie in Passacaglien und Ciaconen schwelgen, die im immergleich forttanzenden Bassrhythmus nicht nur sofort zu Herzen, sondern auch in die beine gehen…


Justin Taylor begann im Alter von elf Jahren in seiner Heimatstadt Angers, Cembalo zu lernen. Seine Leidenschaft für dieses Instrument veranlasste ihn, sein Studium am CNSM von Paris fortzusetzen. Im Jahr 2015 beendete er sein Masterstudium Cembalo mit höchsten Auszeichnungen, und im selben Jahr gewann er den ersten Preis beim Musica Antiqua Wettbewerb in Brügge (Belgien), wo er auch den Publikumspreis, den Alpha-Preis (für eine Aufnahme unter diesem renommierten Label) und den European Union Baroque Orchestra Developing Trust Prize erhielt, der an den vielversprechendsten jungen europäischen Barockmusiker verliehen wird. Justin wird von der Safran-Stiftung unterstützt.

 

Das junge, internationale Ensemble Cembaless gründete sich im Jahr 2014 aus den sechs Konzertsolisten Shen-Ju Chang, Stefan Koim, Brendan O’Donnell, Annabell Opelt, Elisabeth von Stritzky und Robbert Vermeulen. Der Name CEMBALESS nimmt die für die heutige Aufführungspraxis ungewöhnliche Besetzung ohne Cembalo im Continuo auf. Im August 2015 gewann das Ensemble den Publikumspreis des Biagio-Marini-Wettbewerbs in Neuburg an der Donau. Es folgte der Publikumspreis bei ZAMUS Spielwiese im März 2016.

 

Foto: Jean-Baptiste Millot
 

 

ZAMUS SPIELWIESE - TEIL II

Sonntag, 2. April 2017, 11:00 Uhr

Die Grossen Romantiker

Sonntag, 2. April 2017, 15:00 Uhr

Frank Deleu (geb. 1952 in Menen, Belgien) erhielt sein Diplom für Glockenspiel von der belgischen Carillonschule in Mecheln. 1980 erhielt er den ersten Preis des internationalen Carillonwettbewerbs in Dijon, Frankreich. Deleu konzertiert in Europa und den USA und Canada und spielte für den belgischen, deutschen, französischen, polnischen und schwedischen Rundfunk und Fernsehen. Sein Konzert in Gdansk ist auf CD veröffentlicht worden. Er schreibt Artikel zum Carillonwesen und ist Mitglied mehrerer Komitees, die sich mit dem Carillon und mit musikwissenschaftlichen Themen befassen. Frank Deleu war Produktionsmanager bei VRT, Flämisches Radio und Fernsehen, Sender Klara und Intendant des VRT Philharmonischer Orchester und Chor. Er war Stadtcarillonneur in Kortrijk und Izegem und ist heute Stadtcarillonneur in Brügge, Damme und Menen. 2011 wurde er zum Vorsitzenden der Flämischen Glockenspiel Vereinigung gewählt.

Missa L'homme Armé

Sonntag, 2. April 2017, 20:00 Uhr

„Einen Mann in Waffen sollst du fürchten“, mahnt das Lied „L’homme armè“, das seit den Zeiten des hundertjährigen Krieges zwischen Frankreich und England zu den beliebtesten und bekanntesten Melodien überhaupt gehörte. Aber das erklärt sicherlich nicht allein, warum zahlreiche Komponisten gerade dieses Lied als Cantus firmus in komplexen Messvertonungen zitiert haben. Ist das so, weil sie ihren Werken sozusagen einen „Antikriegscharakter“ einschreiben wollten, eine Anklage gegen eine Welt, die von mächtigen, brutalen Männern beherrscht wurde? Das phänomenale Vokalensemble Alamire vereint zwei der wichtigsten Messvertonungen, die sich auf das Lied über den „Mann in Waffen“ beziehen. Und die große feministische Autorin Jutta Heinrich redet dazu über eine Furcht, die heute nicht weniger aktuell ist als vor 700 Jahren.

 

Die Autorin Jutta Heinrich ist eine der wichtigsten Stimmen des deutschen Feminismus‘ und arbeitet in Werken wie „Das Geschlecht der Gedanken“ oder „Alles ist Körper“ an einer poetischen Philosophie der Gegenwartsgesellschaft.

 

Das Ensemble Alamire gehört seit zehn Jahren zu den wichtigsten Vocalconsorts der Welt. Zahlreiche Konzerte in Europa und den USA belegen ihren Erfolg ebenso wie CD-Einspielungen, die unter anderem mit dem renommierten Gramophone-Award für Alte Musik ausgezeichnet wurden. David Skinner unterrichtet Aufführungspraxis des Mittelalters und der Renaissance an der Universität von Cambridge.
 

Foto: Ensemble Alamire