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Termine

EINE KLEINE NACHT MUSICK

Sonntag, 28. Februar 2016, 20:00 Uhr

Programm

Wolfgang Amadeus Mozart:
Serenata notturna KV 239
Serenata G-Dur KV 525 „Kleine Nacht Musick“

Mitwirkende

Johannes Silberschneider als Wolfgang Amadeus Mozart

L’Orfeo Barockorchester
Musikalische Leitung: Michi Gaigg

Veranstaltungsort

Flora Köln, Am botanischen Garten 1a

Eintrittspreise

29/18 Euro

Karten bei Köln Ticket 0221 2801
www.koelnticket.de und allen angeschlossenen Vorverkaufsstellen
sowie über die ZAMUS-Servicehotline: 0221 98747379
 

 

Es gibt kaum ein bekannteres Stück der klassischen Musik als Mozarts Serenade Nr. 13 in G-Dur. Sie ist so berühmt, dass sie kaum mehr gespielt wird. Jeder scheint davon auszugehen, dass alle das wunderbare Werk schon zur Genüge im Ohr haben. Aber stimmt das wirklich? Das österreichische Barockorchester L’Orfeo unter Michi Gaigg ist genau das richtige Ensemble, um solche Vorurteile auf den Prüfstand zu stellen. Und so erklingt die Serenade, der Mozart selbst handschriftlich den Titel „kleine Nacht Musick“ gegeben hat, in einem Programm mit Mozarts „Serenata notturna“. Den nächtlichen Liebesständchen und andere Vergnügungen der Dämmerung spürt Österreichs Starschauspieler Johannes Silberschneider in Originaltexten von Wolfgang Amadeus Mozart nach.

 

Kalender 2018

ZAMUS unlimited: EIN ZIMMER FÜR SIE ALLEIN

Freitag, 23. Februar 2018, 20:00 Uhr

92. Sockenkonzert: MIRACULUM

Sonntag, 25. Februar 2018, 16:00 Uhr

Cupid and Death

Samstag, 10. März 2018, 20:00 Uhr

Der Tod und die Liebe übernachten eines Tages im gleichen Hotel. Und weil sie sich so arrogant aufführen, vertauscht der Hoteldiener ihre Pfeile. Zurück auf dem Schlachtfeld, sät der Tod Liebe, aber Amor bringt Liebespaare reihenweise um. Matthew Locke und Christopher Gibbons stellten diese herrlich groteske Oper im London des 17. Jahrhunderts auf die Bühne. Was für eine Geschichte für Theatermagier Adrian Schvarzstein, der das Stück unter anderem mit dem syrischen Flüchtlingschor „Sonne der Aramäer“ in die Gegenwart versetzt.

Emma Kirkby braucht man dem Publikum weltweit nicht mehr vorzustellen. Als Grande Dame der Alten Musik prägt sie seit Jahrzehnten die Szene. Durch den Argentinier Adrian Schvarzstein hat sie die Liebe zum Musiktheater entdeckt und spielt nun schon ihre zweite Rolle in seiner Regie.

Eine Koproduktion mit dem Evangelischen Kirchenverband Köln und Region und dem Katholikenausschuss der Stadt Köln

Foto: Henry Krul

Friede, Freude, Falsche Töne

Sonntag, 11. März 2018, 11:00 Uhr

Der Tag der offenen Tür im ZAMUS ist eine feste Größe des Festivals für Alte Musik. In diesem Jahr öffnen sich die Türen bereits im siebten Jahr, aber keine Angst, es wird nicht das verflixte siebente Mal werden. Obwohl, es wird gemunkelt, dass die falschen Töne sich in den Fluren zusammenrotten und es auf das friedliche Publikum abgesehen haben. Man sagt, sie werden alles versuchen, um für Missstimmung zu sorgen und werden alles tun, damit die Disharmonie als Sieger vom Platz geht. Aber da haben sie natürlich nicht mit unserem jungen und alten Publikum gerechnet. Denn auch wenn die falschen Töne ganz schön clever sind, gegen Humor, gute Laune und Harmonie sind sie einfach machtlos!

What a Peaceful day

Sonntag, 11. März 2018, 20:00 Uhr

So sah er für die Menschen im Barock aus, der ideale, friedliche Ort: eine wunderbar weit geschwungene Hügellandschaft in der angenehmen Sonne des Südens, in der Schäferinnen und Hirten ihre Herden weiden und sich ganz der Liebe hingeben können. Vögel zwitschern um die Wette, und Zank und Streit schweigen ebenso wie Hunger und Not. Zahllose Dichter, Maler und Komponisten entwarfen Bilder von diesem Arkadien, das als Sehnsuchtsort das völlige Gegenteil von der damaligen Lebensrealität war.

Dorothee Oberlinger, die „Königin der Blockflöte" macht neuerdings auch als Dirigentin Karriere. Auf jeden Fall ist sie genau die Richtige, um dem fröhlichen Treiben der geflügelten Boten Arkadiens musikalischen Ausdruck zu verleihen. Kongenialer Partner dabei ist Multitalent Dmitri Sinkovsky, der als umjubelter Countertenor wie Ausnahmegeiger zur Zeit auf den Podien der Welt reüssiert. 

Fotos: Johannes Ritter, Henning Ross

Wunderzeichen

Montag, 12. März 2018, 20:00 Uhr

Kometen und andere außergewöhnliche Himmelserscheinungen galten im 16. und beginnenden 17. Jahrhundert als mahnende Fingerzeige Gottes. Prediger wie Girolamo Savonarola interpretierten sie als Warnzeichen Gottes an die verderbte Menschheit und banden die Gläubigen in ihrer Furcht noch enger an die Kirche. Seine beiden letzten Meditationen Infelix ego und Tristitia obsedit me, schrieb Savonarola nach der Folter. Diese triumphierende Bekräftigung seines Glaubens im Angesicht des Todes erweckte Aufmerksamkeit und Respekt bei vielen, und adlige Mäzene gaben Vertonungen von Savonarolas Worten in Auftrag. Und noch ein Vierteljahrhundert später wirkten sie auf die protestantische Reformbewegung und Martin Luther. Exquisite Noyse zeichnet diese Entwicklungen musikalisch nach.

Cora Schmeiser bewegt sich als Sängerin grenzüberschreitend zwischen Alter und Neuer Musik und ist als mitreißende Performerin bekannt geworden. Exquisite Noyse spürt den ganz frühen Formen der Violinfamilie und deren kaum erforschten Einsatzgebieten nach.

Foto: Paula Kibildis

Was ist gute Musik?

Dienstag, 13. März 2018, 20:00 Uhr

Ständig fällen wir in unserem Leben Urteile. Die meisten unbewusst. Das ist in der Kunst, zum Beispiel in der Musik, nicht anders. Warum besuchen wir gerade dieses und nicht vielleicht ein anderes Konzert? Und wie hat es uns gefallen? Die professionelle Musikkritik soll uns dabei in unserem Urteil helfen. Aber kann sie das wirklich? Auf welche Kriterien bezieht sie sich dabei eigentlich? Und kann man tatsächlich Verallgemeinerungen über Musikalische Aufführungen treffen? Was ist überhaupt gute Musik? Diesen und anderen Fragen geht unser ZAMUS-Talk nach. Musikkritiker und andere Professionelle aus der Musikbranche treffen aufeinander, um die Frage nach den Urteilen zu diskutieren, auch auf dem Hintergrund der neuen Subjektivität, die in Blogs und Internetforen die klassische Kritik immer mehr verdrängt.

Eine Veranstaltung der Reihe ZAMUS unlimited

Susann El Kassar arbeitet seit September 2017 als Redakteurin beim Deutschlandfunk. Sie ist zuständig für die Bereiche Vokalmusik, Klavier- und Orgelmusik.
Zuvor hat sie an der TU Dortmund ein Diplom in Physik und einen Bachelor in Musikjournalismus erworben. Erste journalistische Erfahrungen im Bereich online, Radio und Fernsehen sammelte sie bei der Klassik-Lehrplattform Terzwerk. Es folgte ein Volontariat beim Deutschlandradio (Deutschlandfunk, Deutschlandfunk Kultur und Deutschlandfunk Nova).

Foto: Susanne Diesner

O JERUSALEM - القدس

Mittwoch, 14. März 2018, 20:00 Uhr

Es gibt wohl kaum einen anderen Ort, dessen Name größeren Widerhall findet, kaum eine andere Stadt auf der Welt, die mehr für Konflikte und Kriege steht, die mit mehr Mythen umgeben ist als Jerusalem. Jerusalem wird von den drei monotheistischen Weltreligionen als die „heilige Stadt“ verehrt und gleichzeitig begehen Menschen im Namen dieser Stadt und ihrer Religion seit mehr als tausend Jahren bis auf den heutigen Tag barbarische Gräueltaten. Den Juden ist sie so wichtig, dass sie auf Hebräisch neben dem bekannten Namen ירושלים - Yerushalayim, noch siebzig weitere Namen für sie haben, u.a. Ir Schalam -Stadt des Friedens. Wir kennen sie in Anlehnung an die hebräische Sprache unter dem Namen Jerusalem, doch auf Arabisch heißt sie القدس al-Quds.
In dem neuen Programm von SANSTIERCE, das auf dem Fest für Alte Musik Premiere hat, wird diese Stadt in mittelalterlichen Liedern besungen. Gefeiert wird aber auch die gelebte „convicencia“ von Al’Andaluz, الأندلس vom Traum einer Koexistenz der Religionen und Kulturen.

Viele dieser Lieder sind nur mit Text überliefert - hier wird die Sängerin Maria Jonas dann selber zur Trobairitz um die passenden Melodien zu den Texten zu finden. Begleitet wird sie von ihren kongenialen Kollegen Bassem Hawar (Djoze), Saad Mahmood Joad (Oud) aus Bahrain und Dominik Schneider (Quinterne, Flöten), die die Sängerin improvisierend begleiten und selber noch eigene Stücke im modalen westlichen und östlichen Stil hinzufügen. Ganz im Stile von Sanstierce: die alten Wurzeln pflegen und neu beleben.
 

Maria Jonas gehört zu den bekanntesten Interpretinnen mittelalterlicher Musik in Deutschland. In ihrem Ensemble Sanstierce verbindet sie modale Musik aus dem westlichen und dem arabischen Raum. Als Gast dabei einer der bekanntesten Oud-Virtuosen des Orients: Saad Mahmoud Jawad.
 

 

La Guerra d'amore

Donnerstag, 15. März 2018, 20:00 Uhr

Das Konzept der Liebe als Krieg ist ein alter Topos, der Generationen von Dichtern inspirierte. Zum Beispiel Petrarca, der in seinem Sonett “Hor che'l ciel e la terra” die innere Zerrissenheit durch die Liebe beschreibt. Claudio Monteverdi vertont diesen Text in einem der aufregendsten Madrigale seines achten Madrigalbuchs “Madrigali guerrieri et amorosi”.Die revolutionäre musikalische Sprache Monteverdis und seiner Epoche, in der die Ausdeutung der Poesie über pure musikalische Schönheit gestellt wird, ist ideal, um die Qualen der Liebe in Musik zu fassen.

Das Programm des jungen schweizer Ensembles Voces Suaves spürt die Beschreibung der Liebe als Krieg in Monteverdis Gesamtwerk auf und reicht von a cappella Madrigalen über begleitete Duette bis zu groß angelegten Kompositionen von acht Stimmen und Violinen. Es enthält einige seiner ausdruckstärksten Kompositionen wie Vattene pur, crudel, das Lamento della Ninfa und Ardo, avvampo.

Foto: Markus Räber

 

Krieg und Frieden

Freitag, 16. März 2018, 20:00 Uhr

Was für eine dramatische Zeit war das, vor genau einhundert Jahren in Russland: zwei Revolutionen zerstörten das Jahrhunderte alte Regime der Zaren und brachten schließlich die Bolschewiki an die Macht. Russland schloss Frieden mit dem Deutschen Reich, aber was zunächst nach einer Öffnung und Befreiung aussah, entpuppte sich schnell als der Beginn einer neuen Diktatur. Olga Pashchenko spielt Musik aus dieser Zeit, Skjabins aufwühlende Sonate 4 op. 30, Maurice Ravels erschütternde Totenklage über die Opfer des Weltkriegs in Le Tombeau de Couperin (1914-1917) und Musik des fast vergessenen Nikolay Medtner, darunter die soganannte “Kriegssonate” op. 30.

Die Moskauerin Olga Pashchenko ist eine der talentiertesten und vielseitigsten jungen russischen Musikerinnen. Bei zahlreichen internationalen Wettbewerben hat sie Preise mit verschiedenartigen Tasteninstrumenten gewonnen. Als Cembalistin, Pianistin und Organistin ist Olga Pashchenko vielfach in Russland, Weißrussland, den USA, Italien, Belgien, Frankreich und Deutschland aufgetreten und ihr Repertoire reicht vom 16. Jahrhundert bis zur Gegenwart und umfasst Solostücke, Kammermusikwerke und Konzerte.

Foto: Yat Ho Tsang

Schütz' Exequien

Samstag, 17. März 2018, 20:00 Uhr

Es mag uns heute, 400 Jahre später, kaum mehr vorstellbar sein, welch einen Horror, welch ein Elend der 30jährige Krieg über Zentraleuropa und vor allem Deutschland brachte. Er kostete Millionen von Menschen das Leben und verheerte ganze Landstriche. Aber fast noch unvorstellbarer mutet an, mit welch einem Gottvertrauen und welcher Zuversicht Künstler wie Heinrich Schütz inmitten des Schreckens an der Humanität festhielten. Voller Zuversicht und Trost komponiert der herausragende protestantische Musiker seiner Zeit eine Weltsicht, in der am Ende das Gute triumphiert. Auch und vor allem persönlich für jeden Einzelnen, wie er es in seinen unübertroffenen „Musikalischen Exequien“ dem Fürsten Heinrich Posthumus Reuß mit auf die letzte Reise gab.

Über Emma Kirkby etwas Positives zu schreiben, hieße Eulen nach Athen tragen. Schließlich wurde die Künstlerin unter anderem von der BBC unter die 10 besten Sängerinnen des 20. Jahrhunderts gewählt und von der Queen als „Dame of the British Empire“ in den persönlichen Adelsstand versetzt. Doch nicht weniger Aufmerksamkeit gebührt Lucile Richardot, die gerade am Beginn einer Weltkarriere steht. Die französische Mezzosopranistin erregte große Aufmerksamkeit mit Auftritten des Ensemble Correspondance und singt inzwischen auf allen bedeutenden Festivals.
 

 

Die Johannes-Passion - Ein Kinoerlebnis der ganz besonderen Art!

Sonntag, 18. März 2018, 12:00 Uhr

Mit dieser Einspielung der Johannespassion stieg das Label BR-Klassik im Frühjahr 2016 in die Klassik-Charts ein. Die Veröffentlichung zählte zu den erfolgreichsten Klassik-CDs des vergangenen Jahres. Diese Video-Aufzeichnung ist bereits mit Erfolg in Kinos in München, Nürnberg und Frankfurt aufgeführt worden. Nun bekommt auch das Kölner Publikum die
Gelegenheit, Concerto Köln, dem Chor des Bayerischen Rundfunks, seinem damaligen Leiter Peter Dijkstra und den prominenten Solisten noch näher zu kommen und die Wucht dieses Live-Ereignisses im Kino nachzufühlen.

Konzertfilm
Johann Sebastian Bachs Johannespassion schildert die Leidensgeschichte Christi auf dramatische Weise. Neben der Erzählung und Reflexion der biblischen Geschichte stehen aufwühlende Volkesszenen und die Verhandlungen zwischen Pilatus, Jesus und der aufgebrachten Menge im Mittelpunkt der Passionskomposition. Damit rückt die menschliche Tragödie des Pilatus in den Vordergrund, der zwischen dem Gefangenen Jesus und dem tobenden Mob auf der Straße hin- und hergerissen wird und schließlich aus Angst vor dem wütenden Volk gegen sein Gewissen entscheidet.
Die in der Nürnberger St. Lorenzkirche entstandene Konzertaufzeichnung vermittelt den geistlich-spirituellen Gehalt und die Theatralik der Johannespassion auf neue und fesselnde Weise. Der Chor des Bayerischen Rundfunks, Concerto Köln und hochkarätige Solisten bürgen für höchste musikalische Qualität.

Eine Produktion von BR und ARTE in Kooperation mit der Internationalen Orgelwoche – Musica Sacra Nürnberg.
 

Die neuen Waffen der Liebe

Sonntag, 18. März 2018, 17:00 Uhr

Jupiter hat Cupido Pfeil und Bogen abgenommen. Der richtet mit neuen, von Diana erhaltenen Waffen Chaos unter den Zyprern an, als diese Jupiters Denkmal ehren. – Der spanische Hofkomponist Sebastián Durón hat um das Jahr 1710 mit Las nuebas armas de amor eine mitreißende, durch reichlich Volkslied-Zutaten gewürzte Zarzuela geschrieben, eine Kurzoper, der ein königliches Jagdschloss nahe Madrid als Aufführungsort den Gattungsnamen gab. Das Ensemble Nuovo Aspetto um den Lautenisten Michael Dücker präsentiert dieses wiederentdeckenswerte Kleinod in einer handverlesenen vokal-instrumentalen Besetzung.

Eine Veranstaltung des Forum Alte Musik Köln/WDR3

 

Wien spielt auf

Sonntag, 18. März 2018, 20:00 Uhr

Als Napoleon endlich geschlagen ist, versammeln sich in Wien Sieger und Besiegte, um Europa neue Grenzen und Regeln zu schaffen. Ein Geschacher beginnt, bei dem zuerst die Freiheit und dann auch fast alle Ideale der Freiheitskämpfer unter die Räder geraten. Doch die Gesandten amüsieren sich prächtig bei Bällen und Soireen, zu denen Musiker wie Rossini und Beethoven das große Feuer der Gefühle entfachen, das im Politischen leider keinen Widerhall findet. Das Salonensemble um die Traversflötistin Darja Großheide rekonstruiert einen musikalischen Abend auf der großen Friedenskonferenz des 19. Jahrhunderts in Wien.

Foto: Ralf Bauer

 

Wenn mich alleinlässt, was ich liebe

Montag, 19. März 2018, 20:00 Uhr

Inspiriert von „Cuando el bien que adoro me deja sin mi“ von Tomás de Torrejón y Velasco. stellen sich die sechs Musiker von Combo CAM zusammen mit der Kunstfigur Doris Meeresbüchner die Frage nach Krieg und Frieden im Alltäglichen. Ist das große Geheimnis um Macht und Ohnmacht, Krieg und Frieden, Dunkel und Licht in all seinen menschlichen und unmenschlichen Facetten zu verstehen? Geführt, umgarnt, getrieben, getröstet und umtanzt werden sie dabei Schritt für Schritt von Musik deutschen, italienischen, südamerikanischen, sephardischen und israelischen Ursprungs. Doris Meeresbüchner, selber ein Mensch, will die Menschen nicht aufgeben und meint, auf das bauen zu können, was uns in all unserer Trennung dennoch vereint. Zuweilen nicht minder komisch und skurril wie tragisch und Mut machend.

Die Combo CAM ist eine junge Kammermusikformation, die sich im Herbst 2016 in Leipzig gegründet hat und sich vorwiegend mit Barockmusik aus Frankreich, Italien, Spanien und Südamerika beschäftigt. 2017 gewannen Sie den Nachwuchswettbewerb ZAMUS Spielwiese.

Foto: Antje Kröger

Flötenduell

Dienstag, 20. März 2018, 20:00 Uhr

Nein, es ist keineswegs immer friedlich, was die Vögel in den Zweigen so anstimmen. Schließlich geht es bei den Paarungsrufen darum, die Rivalen zu übertrumpfen und auszustechen. Solche Zwitscherduelle nahmen sich schon die Komponisten des frühen Barocks zum Vorbild, um sich lustvoll musikalisch zu duellieren. Davon lassen sich die vier Blockflötistinnen von Flautando Köln anstecken und präsentieren ein Programm voll von virtuosen Duellen, die aber die Grenzen des barocken Repertoires sprengen und außer Bach und Ucellini auch noch Komponisten des 20. Jahrhunderts aufmarschieren lassen. Zum hochunterhaltsamen Streit.

Flautando Köln, das renommierte Blockflötenquartett, steht seit 25 Jahren für brillantes Zusammenspiel auf höchstem technischen Niveau, gepaart mit Temperament, Charme und Witz. So souverän, wie sich die vier Musikerinnen auf internationalem Parkett bewegen, so innovativ sind sie auch bei der Entdeckung neuer genreübergreifender Literatur. Mit Stilgefühl und Phantasie arrangieren sie Werke aller Epochen für ihre Besetzung, die nicht nur mit mehr als 40 Blockflöten verschiedenster Größe und Bauart aufwartet, sondern auch mit dem Sopran von Ursula Thelen eine weitere Facette erklingen lässt.

Foto: Christina Feldhoff

 

Lord Nelson am Nil

Mittwoch, 21. März 2018, 20:00 Uhr

Sie stammte aus allerkleinsten Verhältnissen, aber sie wusste ihre Gaben wirkungsvoll einzusetzen. Emma Hamilton trat nackt wie Gott sie schuf in obskuren «gesundheitlichen Aufklärungsveranstaltungen» auf und stellte auf Vaudeville-Bühnen Bilder der Kunstgeschichte mit lebenden Personen nach. Heute würde man sie eine Performance-Künstlerin nennen, zu Beginn des 19. Jahrhunderts war sie ein Skandal. Und dass diese Person sich auch noch den berühmtesten Helden der englischen Seefahrtsgeschichte zum Geliebten nahm, verzieh ihr die sogenannte «feine Gesellschaft» nie. Solange Lord Admiral Nelson lebte, wurde sie hofiert. Joseph Haydn komponierte für sie und sie wurde bewundert und verehrt. Doch nach Nelsons Tod bei der entscheidenden Seeschlacht von Trafalgar nahm die Gesellschaft finstere Rache: in Armut und Elend ging Lady Hamilton zu Grunde.

Thomas Höft liest die berührende Geschichte Lady Hamiltons, die Theodor Fontane in seiner Novelle «Ein Sommer in London» aufzeichnete; und Catherine Bott singt dazu aus dem Liederbuch von Lady Hamilton. Die weltbekannte Sopranistin, deren Stimme u.a. im Film Shakespeare in Love begeisterte, arbeitet auch als Radiomoderatorin in wichtigen Klassik-Shows in England.

Foto: BBC
 

 

Jasmin Toccata

Donnerstag, 22. März 2018, 20:00 Uhr

Das Projekt "Jasmine Toccata" konfrontiert klassische Musik der persischen Tradition mit barocker Musik aus Europa. Virtuos pendeln die drei Meistermusiker zwischen modalen Kompositionen und barocken Toccaten und Chaconnen, überwinden im musikalischen Dialog scheinbar festgefügte Stilgrenzen (und die noch heute so bedrohlich scheinende Barriere zwischen muslimischer und christlicher Musik) und improvisieren auf höchstem Niveau. Ein Ereignis.

Bereits vor seinem Studium am Pariser Konservatorium hatte Jean Rondeau zehn Jahre Cembalo-Unterricht bei Blandine Verlet. Mit gerade einmal 21 Jahren war er einer der jüngsten Gewinner des internationalen Cembalo-Wettbewerbs des Musica Antiqua Festivals 2012 in Brügge, und seither macht er eine fantastische internationale Karriere. I m Januar 2015 verliehen ihm die Victoires de la musique classique den Titel "Offenbarung des Jahres" in der Kategorie Instrumentalsolist. Aber auch der Lautenist Thomas Dunford und der Percussionist Keyvan Chemirani gehören zu den international gefragtesten Musikern ihrer Instrumente.

Foto: Eduardo Bressy

Es Danken dir Gott die Völker

Freitag, 23. März 2018, 20:00 Uhr

Georg Philipp Telemann war ein ebenso erfolgreicher und populärer wie politisch denkender Komponist. So humorvoll zum Beispiel seine „Völker-Ouvertüre“ auch ist, in der er verschiedene Nationen musikalisch karikiert, so ernst ist sie am Ende auch. Denn da schildert er, was am Ende einer kriegerischen Auseinandersetzung steht, wenn die Nationen tatsächlich gegeneinander antreten sollten: alle sind gleich – und zwar als Verwundete und Fliehende. Um diese fantastische Suite haben die Kölner Vokalsolisten und das Coelner Barockorchester ein barockes Programm gewoben.

Das Cölner Barockorchester vertritt eine neue, junge Generation von Kölner Musikerinnen und Musikern, die sich neue Wege der Vermittlung Alter Musik suchen. Die Kölner Vokalsolisten sind ein sechsstimmiges Vokalensemble, das sich bevorzugt der vokalen Kammermusik des 20. und 21. Jahrhunderts widmet. Damit setzen sie einen für diesen Klangkörper und die Kölner Region einzigartigen Schwerpunkt. Doch immer wieder macht sich das Ensemble auch auf Erkundung in der Alten Musik.

Foto: Gerhard von Richthofen 

Tristan & Iseult

Freitag, 23. März 2018, 22:00 Uhr

Die unglückliche Liebe von Tristan und Isolde gehört zu den archetypischen Legenden des Mittelalters. Tristan ist ein Ritter, der für den König Marke um die Hand der schönen Königstochter Isolde anhalten soll. Doch durch den Zauber eines Liebestranks verfallen beide einander und betrügen so den König. Die dramatische Geschichte, die auf der Folie von Krieg und Gewalt schließlich beide das Leben kostet, ist unter anderem von Gottfried von Straßburg aufgeschrieben worden und wurde vielfach vertont, sicher am bekanntesten von Richard Wagner. Lucia Mense hat sich daran gemacht, die Originalgeschichte, die vielfach von Wagner verdrängt wurde, wieder in den Mittelpunkt zu stellen und mit mittelalterlicher Musik aus zahlreichen Quellen auch musikalisch hörbar zu machen, mit der faszinierenden Miriam Andersén als Isolde.

Die Schwedin Miriam Andersén ist eine Ausnahmeerscheinung der gegenwärtigen Musikszene. Sie singt nicht nur und begleitet sich dabei selbst auf der Harfe, Miriam Andersén rekonstruiert auch die Musik der Wikingerzeit und deren Instrumente wie Kuhhorn und Klapperknochen. Dazu ist sie eine profilierte Darstellerin, die unter anderem mit Theatre of Voices oder in den Inszenierungen von Sidi Larbi Charkaoui weltweit Erfolge feiert.

 Foto: Caterine Cabrol

YES, WE CAN CAN

Samstag, 24. März 2018, 20:00 Uhr

Bereits zum dritten Mal haben wir für das Kölner Fest für Alte Musik junge Musiker und Ensembles eingeladen sich mit ihren Programmen und ihren Interpretationen zu unserem jeweiligen Festivalthema zu bewerben. In diesem Jahr nun haben drei Ensembles die Möglichkeit Ihre Ideen zu Krieg und Frieden in den Balloni Hallen zu präsentieren.

Wir laden Sie, unser Publikum, nun ein bei freiem Eintritt diese Nachwuchskünstler zu erleben und mit zu entscheiden, welches der Ensembles beim Fest für Alte Musik 2019 ein reguläres Abendkonzert erhält.

Herzlich Willkommen zu diesem etwas anderen Festivalabend unter dem Titel YES, WE CAN CAN, dem Motto des Jacques-Offenbach-Jahres 2019, das in Köln unter großer öffentlicher Beteiligung gefeiert wird und über das wir im Rahmen des heutigen Abends informieren werden.

Lutes & Ukes

Sonntag, 25. März 2018, 20:00 Uhr

Sie füllen weltweit die ganz großen Säle, von der Royal Albert Hall bis zur Oper von Sidney, und bieten dabei stets eine hinreißende Show: Ein Konzert des Ukulele Orchestra of Great Britain ist amüsante, virtuose, gezupftgesungene, eingängige Unterhaltung - inspirierend, provozierend, berührend und tiefsinnig Musik mit Popkultur und britischem Humor kombinierend. Doch zusammen mit Theatre of the Ayre sind sie noch mehr: nämlich Lutes ‚n‘ Ukes. Gemeinsam stimmen Lauten und Ukulelen die Jahrhunderte alten Tänze aus Playfords „English Dancing Master“ an. Sie gleiten mühelos vom Spätrenaissancekomponisten Robert Johnson zum Singer/Songwriter Robert Johnson, sie versöhnen John Dowland mit Guantanamera und lassen vor allem nichts aus, um die Grenzen von Genres und Stilen lustvoll zu zertrümmern – oder vielleicht noch besser: sie machen klar, dass vitale Musiker der Vergangenheit und Gegenwart viel mehr verbindet als trennt. Der Krieg der Genres führt hier zum großen Crossover-Friedensfinale!

Lutes and Ukes

Die Lutes and Ukes sind eine Genre-übergreifende Gruppe, mit Musikern aus dem weltbekannten “Ukulele Orchestra of Great Britain” und dem “Theatre of the Ayre”.

Lutes and Ukes wurden aus der Idee geboren, dass eine Gruppe von Seiten- und Zupfinstrumenten wirklich alles an musikalischem Material arrangieren und improvisieren und dabei durchaus etwas Erhaben-Anarchistisches hervorbringen kann.
Von den Fragmenten der Wolfenbüttel Lauten-Lieder – den ersten erhaltenen Noten für die Laute – bis hin zu Blues-Legenden und dem “King” selbst, gibt es viele Verbindungen, die es wert sind, erforscht zu werden…. Und die Kombination von Laute und Ukulele bietet sich für interessante und neue Interpretationen geradezu an!

 Foto: Jamie Wagg