ZAMUS. Die Zentrale für Alte Musik in Köln

Köln ist die Hauptstadt der Alten Musik
Köln darf sich mit Fug, Recht und Augenzwinkern die Hauptstadt der Alten Musik nennen, ein Ehrentitel, den die Stadt 1996 durch einen Artikel in der New York Times verliehen bekam. 1954 wurde hier die Cappella Coloniensis als weltweit erstes Orchester mit historischem Instrumentarium gegründet. Vorangetrieben durch das Interesse des Westdeutschen Rundfunks und der Kölner Musikhochschule, konnten sich in Köln zahlreiche Musikerinnen und Musiker, Ensembles und Orchester etablieren, die den Ruf Kölns als Hauptstadt der Alten Musik verfestigten und in die Welt hinaustrugen. Und in der Tat verfügt bis heute keine andere Stadt in Deutschland über ein solch starkes Potential in dieser Szene.

Der Weg zu einem Kölner Zentrum für Alte Musik
Doch was von außen groß erscheint, muss es aus Binnensicht noch längst nicht sein. Köln als Metropole der Alten Musik, deren Ruf inzwischen von Ensembles wie Sequentia, Musica Antiqua Köln oder Concerto Köln um die Welt getragen wird, schien in der Stadt selbst vernachlässigt zu werden. Angesichts der Realitäten des Alltags schrumpfte die Hochburg der Alten Musik manchmal unter Normalmaß. Die Erkenntnis, dass dies vor allem auch an der Vereinzelung und Rivalität der Akteure selbst liegen könnte, war wie ein Weckruf. Und so organisierte sich die heterogene Szene.

Seit Mitte 2009 haben sich Akteure der Alten Musik Szene Kölns getroffen, um Chancen und Schwierigkeiten der Gesamtsituation zu diskutieren. Mit dem Tenor, dass über zusätzliche Auftrittsmöglichkeiten hinaus allen geholfen wäre, wenn sich die Rahmenbedingungen der Arbeit verbessern würden. Hieraus und aus der glücklichen Fügung, dass die Firma Bauwens Adenauer zu günstigen Konditionen im Heliosturm in Köln-Ehrenfeld Räumlichkeiten zur Verfügung stellte, entwickelte sich die Idee eines Zentrums für Alte Musik. Hier sollen Musiker günstig Probenmöglichkeiten und Büroräume finden und zudem durch Beratung in allen relevanten Feldern für freischaffende Musiker, von Öffentlichkeitsarbeit bis Steuerrecht und Künstlersozialkasse, Hilfestellung und Entlastung erfahren. Dazu gründete sich 2011 die Kölner Gesellschaft für Alte Musik (KGAM e.V.).

Das Zentrum für Alte Musik Köln ist im Februar 2012 eröffnet worden. Hier finden sich die Geschäftsstellen von Orchestern, Ensembles und Agenturen, Mitglieder können Konferenzräume, Probensäle und Instrumente anmieten, und eine ganze Reihe von Veranstaltungen für Künstler aber auch für Publikum von Jung bis Alt laden dazu ein, sich mit Alter Musik neu zu beschäftigen. Für die größte Veranstaltung des ZAMUS ist das Zentrum allerdings viel zu klein: einmal im Jahr treffen sich im Kölner Fest für Alte Musik Musikerinnen und Musiker aus der ganzen Welt zu einem internationalen Festival – das findet in anderen Kölner Konzertsälen statt, denn im Zentrum finden nur maximal 190 Besucher Platz.