Heliosgelände

Das ZAMUS befindet sich in einem der wichtigsten Industriedenkmäler der Stadt Köln, dem ehemaligen Werk der „Helios AG für elektrisches Licht und Telegraphenanlagenbau“. In diesem 1882 gegründeten Unternehmen wurde die Elektrifizierung der Stadt Köln betrieben. Obwohl die Pioniertaten auf dem Bereich der Elektrotechnik der Firma zunächst astronomische Gewinne und europaweite Bekanntheit einbrachten, gerieten die Werke schnell in eine existenzielle Krise. Schon 1905 wurden die Helioswerke durch die Berliner Allgemeine Elektricitäts-Gesellschaft (AEG) übernommen. Und wenig später wurden in den Werkshallen Automobile hergestellt. Doch auch dieses Geschäft brach ein, weshalb die in „Rheinlandhallen“ umgetauften Werksräume seit 1928 als Austragungsort der Radsportveranstaltung „Sieben-Tage-Rennen“ vermarktet wurde. Heute steht dieser Gebäudekernbereich unter Denkmalschutz, und noch immer erinnert ein Leuchtturm, den die Helioswerke zu Test- und Werbezwecken errichten ließen, ohne dass er eine tatsächliche wegweisende Funktion auszuüben hatte, an den Ursprung des Betriebs als Elektrifizierungspionier.

Zamus Blog

Carmina Burana Heute

Nobert Rodenkirchen spricht über Minnelieder, Frühlings- und Protestgesänge

Spoiler alert! Wir verraten Details zu Musica Fugit

Wer lieber nicht erfahren möchte, was ihn erwartet, der sollte hier nicht weiterlesen! 

Die Zauberflöte einmal anders

Guildo Horn (hier im neuen Festival-Video): Idealbesetzung mit 'Naturburschen-Charme'

Festival feiert Europäischen Tag der Alten Musik

Live Übertragung aus der Kölner Trinitatiskirche - Florian Deuter spielt Solowerke von J.S.Bach 

Kalender 2017

GLÜCK, das mir verblieb

Freitag, 31. März 2017, 20:00 Uhr

In einer Zeit, in der weder Radio, noch CD noch iPod verfügbar waren, war die Motivation, sich die aktuelle Musik der Zeit nach Hause zu holen, selbstverständlich hoch. Und nachdem die bürgerliche Gesellschaft gegen den Adel auch kulturell immer weiter aufholte, gehörte schnell auch die Hausmusik zum guten Ton. Und spätestens ab Mitte des 19. Jahrhunderts gesellte sich zu Klavier und Streichinstrumenten noch ein weiteres Instrument, das den Salon wesentlich prägte: das Harmonium. Die reichen Valeurs und der volle Klang gaben auch kleinen Hausmusikensembles die Möglichkeit, ganz große Partituren vielschichtiger als früher wiederzugeben. Weltstar-Mezzosopran Iris Vermillion singt Wagners Wesendonck-Lieder und ausgewählte Opernszenen, begleitet vom Harmoniumquartett Le Quatuor Romantique und beschwört dabei eine Fin-de-Siecle-Atmosphäre, die im unvergleichlich schönen Lied der Marietta aus Erich Korngolds Oper „Die tote Stadt“ gipfelt: „Glück, das mir verblieb“.

 

Iris Vermillion feierte Ihren internationalen Durchbruch in Amsterdam als Dorabella und Cherubino unter Nikolaus Harnoncourt sowie bei den Salzburger Festspielen als Clairon (Capriccio). Seitdem ist sie regelmäßiger Gast der Staatsopern von Berlin, München, Wien und Dresden, an der Deutschen Oper Berlin und an der Mailänder Scala. Nach Mozart-Partien wie Sesto (La clemenza di Tito) oder Dorabella (Così fan tutte) ist sie inzwischen überwiegend in Opern von Strauss und von Wagner zu hören sowie in Werken wie Werther, Les Contes d’Hoffmann, Die Fledermaus sowie Lulu. Sie arbeitete mit Dirigenten wie Claudio Abbado, Semyon Bychkov, Daniel Barenboim, Riccardo Chailly, Michael Gielen, Marek Janowski, Georges Prêtre, Helmut Rilling, Fabio Luisi, Giuseppe Sinopoli und Georg Solti zusammen. An der Semperoper Dresden war sie in der Titelpartie von Schoecks Penthesilea zu erleben, für die sie 2008 mit dem Deutschen Theaterpreis „Der Faust“ ausgezeichnet wurde. Zu weiteren Gastengagements zählen u.a. Idamantes (Idomeneo) in der Bearbeitung von R. Strauss und L. Wallerstein an der Semperoper und bei den Salzburger Festspielen, Herodias (Salome) an der Münchner Staatsoper und am Teatro alla Scala, Tristan und Isolde konzertant unter Kurt Masur in Paris und am Teatro de la Maestranza in Sevilla sowie Venus in der Dresdner Fassung von Tannhäuser an der Oper Köln.

 

Foto: Robert Frankl

 

CEMBALO & CEMBALESS

Samstag, 1. April 2017, 20:00 Uhr

Ein ebenso kontrastreiches wie spektakuläres Doppelkonzert: Er ist der jüngste unter den Shootingstars der neu erwachenden Cembaloszene. Justin Taylor hat in den vergangenen Jahren fast alle Preise und Auszeichnungen gewonnen, die man in der Alten Musik holen kann. Nach Köln kommt er mit einem Programm, das einen besonders würzigen Akzent auf die Frage nach den Hits setzt. Denn die hochchromatischen Kompositionen, die er ausgewählt hat, gehören zum Komplexesten, was in der Cembalomusik zu spielen ist. Dennoch haben gerade durch ihre harmonische Widerborstigkeit Stücke wie Bachs „Chromatische Fantasie“ oder Solers „Fandango“ eine ganz große Aufmerksamkeit erkämpft. Ganz anders hingegen das Repertoire des jungen Ensembles Cembaless, die ganz ohne Tasteninstrument auskommen, wenn sie in Passacaglien und Ciaconen schwelgen, die im immergleich forttanzenden Bassrhythmus nicht nur sofort zu Herzen, sondern auch in die beine gehen…


Justin Taylor begann im Alter von elf Jahren in seiner Heimatstadt Angers, Cembalo zu lernen. Seine Leidenschaft für dieses Instrument veranlasste ihn, sein Studium am CNSM von Paris fortzusetzen. Im Jahr 2015 beendete er sein Masterstudium Cembalo mit höchsten Auszeichnungen, und im selben Jahr gewann er den ersten Preis beim Musica Antiqua Wettbewerb in Brügge (Belgien), wo er auch den Publikumspreis, den Alpha-Preis (für eine Aufnahme unter diesem renommierten Label) und den European Union Baroque Orchestra Developing Trust Prize erhielt, der an den vielversprechendsten jungen europäischen Barockmusiker verliehen wird. Justin wird von der Safran-Stiftung unterstützt.

 

Das junge, internationale Ensemble Cembaless gründete sich im Jahr 2014 aus den sechs Konzertsolisten Shen-Ju Chang, Stefan Koim, Brendan O’Donnell, Annabell Opelt, Elisabeth von Stritzky und Robbert Vermeulen. Der Name CEMBALESS nimmt die für die heutige Aufführungspraxis ungewöhnliche Besetzung ohne Cembalo im Continuo auf. Im August 2015 gewann das Ensemble den Publikumspreis des Biagio-Marini-Wettbewerbs in Neuburg an der Donau. Es folgte der Publikumspreis bei ZAMUS Spielwiese im März 2016.

 

Foto: Jean-Baptiste Millot
 

 

ZAMUS SPIELWIESE - TEIL II

Sonntag, 2. April 2017, 11:00 Uhr

Die Grossen Romantiker

Sonntag, 2. April 2017, 15:00 Uhr

Frank Deleu (geb. 1952 in Menen, Belgien) erhielt sein Diplom für Glockenspiel von der belgischen Carillonschule in Mecheln. 1980 erhielt er den ersten Preis des internationalen Carillonwettbewerbs in Dijon, Frankreich. Deleu konzertiert in Europa und den USA und Canada und spielte für den belgischen, deutschen, französischen, polnischen und schwedischen Rundfunk und Fernsehen. Sein Konzert in Gdansk ist auf CD veröffentlicht worden. Er schreibt Artikel zum Carillonwesen und ist Mitglied mehrerer Komitees, die sich mit dem Carillon und mit musikwissenschaftlichen Themen befassen. Frank Deleu war Produktionsmanager bei VRT, Flämisches Radio und Fernsehen, Sender Klara und Intendant des VRT Philharmonischer Orchester und Chor. Er war Stadtcarillonneur in Kortrijk und Izegem und ist heute Stadtcarillonneur in Brügge, Damme und Menen. 2011 wurde er zum Vorsitzenden der Flämischen Glockenspiel Vereinigung gewählt.