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Termine

Deutschlandlied?

Samstag, 18. März 2017, 20:00 Uhr

Programm

 

LUDWIG VAN BEETHOVEN
Streichquartett c-Moll op. 18.4

 

JOSEPH HAYDN
Streichquartett C-Dur op. 76.3 „Kaiserquartett“

ANTONIN DVORAK
Streichquartett F-Dur op. 96 „Amerikanisches Quartett“

 

Mitwirkende

Pleyel Quartett Köln
Frieder Reininghaus, Redner

Veranstaltungsort

BALLONI Hallen Köln, Ehrenfeldgürtel 88-92, 50823 Köln

Eintrittspreise

20/12 €

Karten bei Köln Ticket 0221 2801, www.koelnticket.de
und allen angeschlossenen Vorverkaufsstellen
sowie über die ZAMUS-Servicehotline: 0221 98747379
oder: tickets@zamus.de

Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, dass es wohl ein kroatisches Volkslied war, dessen Melodie Joseph Haydn einst aufschnappte und es zur Grundlage seiner „Kaiserhymne“ machte. Und dass eben jene Melodie heute die deutsche Nationalhymne ist, hätte sich Haydn gewiss nicht träumen lassen. Dem alten Joseph Haydn jedenfalls, so schreibt Musikwissenschaftler Karl Böhmer, sei die “Kaiserhymne”, angeblich das Liebste, was er jemals geschrieben hatte: „Die spontane Begeisterung der Österreicher für das patriotische Lied, das die Nation angesichts der allerorten siegreichen französischen Revolutionstruppen zusammenschweißte, nährte in Haydn die Überzeugung, hier zum Herzen der gesamten Bevölkerung gesprochen zu haben“. Im Medium Streichquartett löst sich das schöne Thema vom “Gott erhalte Franz, den Kaiser” und damit auch von Franz I., einer der unsympathischsten Figuren aus dem Hause Habsburg-Lothringen, und wird Grundlage einer langen Reihe von Variationen. Das Pleyel-Quartett stellt Haydns Meisterwerk zwei weiteren unglaublich populären Werken des Genres gegenüber: Beethovens frühes c-Moll-Quartett voller überschießender Leidenschaft und Dvoraks „Amerikanisches Quartett“, das überströmende Natureindrücke aus Spillville, Iowa, mit eingewillig konstruierten „indianischen“ Melodien verbindet. Frieder Reininghaus spricht dazu über das Eigene, das Fremde und das Angeeignete in der Kunst.

 

 

Interesse für Neues zeichnet die Mitglieder des Pleyel-Quartetts aus. So begann jeder Einzelne schon früh, sich auch in den unterschiedlichen Spezialszenen der Alten und Neuen Musik zu bewegen. Die Neugier für noch nicht Gehörtes lässt ganz leicht einen Bogen spannen von zeitgenössischer Musik hin zur Alten Musik, zumal wenn man sich dort auch jenseits der „berühmten“ Werke umschaut. Zur Zeit umfasst das bunt gemischte, von Klassik bis Moderne, von Bekannt bis Unbekannt reichende Repertoire des Quartetts ca. 60 Werke von mehr als 25 Komponisten. Die CD mit Kammermusik August Klughardts erhielt den „Preis der Deutschen Schallplattenkritik“.
 

 

Frieder Reininghaus studierte Musik, Musik- und Theaterwissenschaft, Germanistik und Soziologie in Stuttgart, Tübingen, Berlin und Köln. 1976-1983 war er Redakteur der Zeitschrift Spuren/Kunst und Gesellschaft; Klavierbegleiter, Arrangeur und (Film-)Komponist. Seit 1971 ist er ständiger Mitarbeiter von DeutschlandRadio/Deutschlandfunk, WDR, Südwest(rund)funk und anderer Rundfunkanstalten sowie Autor verschiedener Tageszeitungen, beim Rheinischen Merkur und verschiedenen in- und ausländischen Fachzeitschriften. Seit 1991 hält Frieder Reininghaus Gastvorlesungen an der Univerzity Komenského Bratislava, seit 1996 hat er einen Lehrauftrag an der Universität Bayreuth und seit 2005 an der Universität Wien. Seit 2011 fungiert er alsHerausgeber der Österreichischen Musikzeitschrift ÖMZ.

Foto: Pleyel-Quartett

 

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