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Termine

MUSIC. MY LOVE - MARATHON

Samstag, 13. April 2019, 00:00 Uhr

Programm

Eine musikalische Wanderung im Schatten des Doms mit 25 Einzelkonzerten von mittags bis in die Nacht.

Mitwirkende

Start: Bach trifft Rossini – und wie!
Ziel: orchestra Kairos – Premiere!
After-Show-Party

Veranstaltungsort

ANTONITENKIRCHE, MUSEUM FÜR ANGEWANDTE KUNST, MINORITENKIRCHE, DOMFORUM

Eintrittspreise

22 Euro / 18 Euro

Ticket kaufen

Während des MUSIC. MY LOVE – MARATHONS haben Sie die Möglichkeit, 25 Konzerte an vier verschiedenen Orten im Schatten des Doms, ganz nach Ihren musikalischen Vorlieben, mit nur einer Eintrittskarte, zu besuchen.

Ein wahres Fest für die Ohren der Alte-Musik-Genießer, aber auch ein interessantes Erlebnis für neugierige Menschen, die die alte Musik nur einen Tag lang mal ausprobieren und entdecken möchten. Von Bach und Rossini über Corelli, Strauss und Debussy bis Händel und Mozart ist alles dabei und jeder kann sich seinen individuellen Musik-Tag selbst gestalten. Abends treffen sich alle, die Lust haben, mit den Künstlern im Lederer, um zu feiern und den Tag ausklingen zu lassen. Start- und Endpunkt des ganztägigen Musikmarathons ist die Minoritenkirche.

Man kann ein Ticket für den gesamten Tag, also für alle Konzerte, erwerben. Dieses kostet 22 Euro für Erwachsene und 18 Euro für Kinder.

Details zu den Veranstaltungen:

MINORITENKIRCHE:
12:30 Uhr: START: Bach trifft Rossini – und wie!
Kölner Kammerchor, Peter Neumann

14:00 Uhr: Cello-Gipfel
Werke von Offenbach, Battanchon
Christophe Coin, Davit Melkonyan, Andreas Müller, Eglantine Latil

16:00 Uhr: Rencontres dansantes
Werke von Debussy, Couperin, Poulenc
Natalia Lentas, Tobias Koch

17:00 Uhr: Bach – Suiten III und V
Violoncello Solo
Christophe Coin

18:00 Uhr: Entdeckungen
Werke von Händel, Schaffrath, Benda
NeoBarock

19:00 Uhr: Grand Tour
Werke von Barrière, Geminiani, Quantz
Cicerone Ensemble

20:00 Uhr: „So ist die Lieb‘!“
Werke von Wolf, Debussy, Strauss
Hannah Morrison, Tobias Krampen

21:00 Uhr: ZIEL: Orchēstra Kairos – Premiere!
Werke von Händel, Leclair, Vivaldi, Bach
u.a. Christophe Coin, Evgeny Sviridov, Davit Melkonyan


DOMFORUM:
18:00 Uhr: Lass uns Träume spinnen
Werke von Bach und Rameau
Elignia Quartett

19:00 Uhr: Zen meets Baroque
Shakuhachi und Traversflöte
Martina Binnig

20:00 Uhr: Meienzit
Musik & Poesie aus Mittelalter & Renaissance
Mark Weigel, Dietmar Berger


ANTONITERKIRCHE:
15:00 Uhr: Musik der Empfindsamkeit
Werke von Hertel, Mozart, Pescetti
Concert Royal Köln

16:00 Uhr: Simply Bach!
für Blockflöte und Cembalo
Dominik Schneider, Marta Dotkus

17:00 Uhr: Virtuose Violinmusik
Werke von Frescobaldi, von Biber, Schmelzer
Anette Sichelschmidt, Christoph Anselm Noll

18:00 Uhr: Arianna – ein Mythos
Werke von Monteverdi, Haydn, Froberger
Anna Herbst, Le Parnasse Musicale

19:00 Uhr: Bläsergipfel
Werke von Zelenka und Händel
Clara Blessing, Simon Böckenhoff, Rebecca Mertens, Christoph Anselm Noll

20:00 Uhr: Mit Händel auf Reisen
Werke von Händel, Scarlatti, Corelli
Arcangelo Trio


MUSEUM FÜR ANGEWANDTE KUNST:
14:00 Uhr: Schubert & Beethoven
Sonaten
Anton Steck, Christina Kobb

15:00 Uhr: Bach I
Suite & Sonate
Annie Laflamme, Wiebke Weidanz

16:00 Uhr: Bach II
Partita & Sonate
Emilio Percan, Luca Quintavalle

17:00 Uhr: Bach III
Musikalisches Opfer
Annie Laflamme, Ariadne Daskalakis, Markus Möllenbeck, Michael Borgstede

18:00 Uhr: Bach IV
Konzert, Fantasie, Ouvertüre
Michael Borgstede

19:00 Uhr: Only Mozart
Sonaten
Anton Steck, Tobias Koch

AUSKLANG: ab 22:00 Uhr in der Gaststätte Lederer

Programm: Download

Kalender 2019

MISSA PRO DEFUNCTIS

Freitag, 5. April 2019, 20:15 Uhr

In seinem Requiem verbindet ­Johann­ Rosenmüller venezianische Klangpracht mit deutscher Kontrapunktik. Wie viele andere Komponisten des 17. Jahrhunderts hat auch Rosenmüller kein vollständiges Requiem komponiert, sondern nur die Messteile Kyrie, Agnus Dei und Dies Irae. Mehrstimmige Vertonungen aus dem 16. Jahrhundert oder, wie in diesem Konzert, gregorianische Choräle ersetzen die übrigen Teile. Die Choräle bilden mit ihren klaren Linien einen starken Kontrast zu Rosenmüllers spannungsgeladenen Harmonien.

Roland Wilson hat Musica Fiata ursprünglich als Ensemble für Posaunen und Zinken gegründet, erweiterte die Gruppe aber bald um Streich- instrumente und Continuo. Ein ausführliches Studium der Quellen zur Aufführungspraxis, der originalen Instrumente dieser Epoche und ihrer Spieltechniken führte zur Entwicklung einer sprechenden Spielweise und eines charakteristischen Klanges. Aufgrund ihrer aufregenden und virtuosen Aufführungen spielt Musica Fiata auf Festivals in ganz Europa. Zusammen mit dem Vokalensemble Capella Ducale, das 1992 von Wilson gegründet wurde, bewahrt es auch bei höchster klanglicher Komplexität stets eine Einheit und ein durchsichtiges Klangbild.

Foto Roland Wilson / Fotograf Eberhard Zummach

ZAMUS NACHGEFRAGT

Samstag, 6. April 2019, 18:30 Uhr

Für die MusikerInnen des Barock war es eine Auszeichnung, kopiert zu werden. Sie hätten in der Copyright-Kultur der jüngeren Vergangenheit ihre Not mit dem Gesetz gehabt.

Die Köthener Trauermusik bietet das beste Beispiel dieses sogenannten Parodieverfahrens, weil sie Teile von zwei Werken, die uns heute als Matthäus-Passion und Trauerode überliefert sind, kombiniert. Die Musik kennt jeder, der Text ist allerdings ein Anderer.

Wie ist Bach bei der Köthener Trauermusik vorgegangen? Hat er mehr gemacht als nur Copy/Paste?
Darüber diskutieren Norbert Bolin, Peter Wollny und Christoph Spering.
Peter Wollny ist Leiter das Bacharchivs Leipzig, studierte Kunstgeschichte, Germanistik und Musikwissenschaft an der Harvard University.

Norbert Bolin ist Autor, Redakteur, Produzent und Regisseur verschiedener Rundfunkanstalten der ARD und Operndramaturg. Außerdem war er wissenschaftlicher Leiter der Bach-Akademie Stuttgart. Christoph Spering, Dirigent, Forscher und Leiter Fest für Alte Musik Köln komplettiert als Spezialist für historische Aufführungspraxis die Runde.

Bild: Prof. Dr. Peter Wollny Fotograf Bach-Archiv Leipzig

KLAGT, KINDER, KLAGT ES ALLER WELT

Samstag, 6. April 2019, 20:00 Uhr

Köthener Trauermusik BWV 244a von Johann Sebastian Bach
– in der Rekonstruktion von Alexander Grychtolik

Obwohl Johann Sebastian Bach 1729 schon sechs Jahre lang Thomaskantor in Leipzig war, komponierte er immer wieder als Kapellmeister von Hause aus für den Köthener Hof. Deshalb zögerte er nicht lange, als die Nachricht vom Tod des Fürsten Leopold von Anhalt-Köthen eintraf, und schrieb anlässlich der Begräbnisfeier die Kantate Klagt, Kinder, klagt es aller Welt, die uns heute als Köthener Trauermusik überliefert ist.

Synchron zu den vier Phasen der Trauer, teilt Bach die Gedächtnis- musik in die Abschnitte Landestrauer, Tod und Erlösung, Würdigung, Trost und Abschied. Das Libretto lieferte sein literarischer Mitstreiter Picander.
Da von der Köthener Trauermusik nur das Libretto von Picander, nicht aber die Musik von Bach übermittelt ist, existieren zu diesem Werk mehrere Rekonstruktionen, die sich an der Matthäuspassion und der ­Trauerode BWV 198 orientieren. Thomas Neuhoff hat sich für die Rekonstruktion von Alexander Grychtolik entschieden. Zusammen mit Concerto con Anima und dem Kammerchor des Bach-Vereins Köln spürt er der schlichten Einfachheit von Bachs Musik nach.

Thomas Neuhoff, Künstlerischer Leiter des Bach-Vereins Köln, und das Orchester Concerto con Anima, sind langjährige Mitglieder des zamus.

Foto: Martin Füg

permutations/generations (PREMIERE)

Samstag, 6. April 2019, 22:00 Uhr

Schläft ein Lied in allen Dingen – die berühmten Zeilen von Joseph von Eichendorff aus dem Jahr 1835 können noch heute als Grundannahme für Improvisation verstanden werden.

Vater und Sohn: Michael Niesemann und sein Sohn Pablo Giw durchwandern zusammen mit Philip Zoubek in einem musikalischen Streifzug die Musikgeschichte.

Der Background des Trios könnte nicht unterschiedlicher sein: Niesemann ist Gründungsmitglied von Concerto Köln und Solo-Oboist bei John Eliot Gardiner; Giw – Trompeter und Elektronikexperimentalist – kombiniert immer wieder Genres wie Noise und Neo Soul mit performativen Elementen; und Zoubek ist nicht nur Jazz-Pianist, sondern auch Komponist. Zusammen improvisieren, kombinieren, assoziieren und kreieren sie einzigartige Klangwelten.

In dieser Premiere in der Friedenskirche, der ältesten evangelischen Kirche auf Kölner Boden, werden musikalische Bausteine, Phrasen oder Patterns in klanglichem Dialog verarbeitet und neu definiert. Inspiration bieten neue Improvisationsmusik, Minimalismus und Alte Musik. Stets kreisen die Musiker um die Frage: Sind das Alte und das Neue vielleicht einfach nur eine jeweils andere Kombination derselben Teile, eine Permutation?

Foto: Pablo Giw / Fotograf Andreas Wohlgemuth

...WIE DURCH EINEN SPIEGEL

Sonntag, 7. April 2019, 16:00 Uhr

Im romanischen Kirchenraum von Sankt Cäcilien – dem Sitz des Museum Schnütgen – kann das Publikum einen faszinierenden künstlerischen Dialog zwischen dem Mittelalter und unserer heutigen Zeit erleben, umgeben von den weltberühmten Skulpturen der Sammlung und einer modernen Multimedia Projektion, welche auf Zeichnungen und Skizzen des belgischen Künstlers Peter Jacquemyn basiert.

Die Leipziger Sopranistin ­Christine Mothes wird begleitet von den Kölner Musikern Albrecht Maurer und Norbert Rodenkirchen. Das Ensemble Candens Lilium befasste sich ursprünglich mit der ­mittelalterlichen Musik des Rheinlands und ­Gesängen aus dem Antiphonar der Anna Hachenberch aus der Sammlung des Kölner Museum Schnütgen. Seit 2017 gibt es nun mehrere neue Projekte, in denen das Ensemble den Schwerpunkt auf den experimentell archaischen Klangdialog zwischen Mittelalter und Heute setzt.

In diesem Programm werden Werke quer durch das Mittelalter von Notker Balbulus über Hildegard von Bingen bis hin zu Josquin Desprez – in Gegenüberstellung mit modernen Improvisationen und Kompositionen – präsentiert.
 

WESENDONCK (PREMIERE)

Sonntag, 7. April 2019, 20:00 Uhr

„Besseres als diese Lieder habe ich nie gemacht, und nur sehr weniges von meinen Werken wird ihnen zur Seite gestellt werden können“, schreibt Wagner in einem Brief an Mathilde Wesendonck, seine Muse. In den fünf Liedern für Frauenstimme vertont Wagner die Gedichte von Mathilde. Sie gelten als musikalische Vorstudien für die später folgende Oper Tristan und Isolde. Sehnsuchtsvoll, verheißend, hochromantisch.

Das Leben der Wesendoncks hat durchaus Regionalbezug: ­Mathilde ist, genau wie ihr Mann Otto, in Wuppertal-Elberfeld geboren, sie ging in Düsseldorf zur Schule und ist in Bonn begraben. Otto Wesendonck stellte Wagner das Gartenhaus seiner Villa zu Verfügung, kaufte die Aufführungsrechte am Ring des Nibelungen und blieb Wagner, trotz dessen inniger Beziehung zu Mathilde, freundschaftlich verbunden, was zahlreiche Briefe belegen.

Der zweiteilige Abend präsentiert die Lieder auf zwei historischen Flügeln des 19. Jahrhunderts und nähert sich in Aussprache und Phrasierung dem Werk Wagners. Zwischen Konzert und Theater, ­Poesie und Drama inszeniert Andreas Baesler einen spannenden Abend im Alten Pfandhaus.

Johana Simon, Sopran
Minjin Posch, Sopran
Mariko Kageyama, Mezzo
Eva Nesselrath Alt
Bryan López González, Tenor
Neven Nöthig, Schauspieler
Susanna Klovsky, Klavier & musikalische Leitung
Andreas Baesler, Regie
Ruth Groß, Kostüme

Bild: Susanne Klovsky Fotograf Mel Mory Photography

WESENDONCK

Montag, 8. April 2019, 20:00 Uhr

„Besseres als diese Lieder habe ich nie gemacht, und nur sehr weniges von meinen Werken wird ihnen zur Seite gestellt werden können“, schreibt Wagner in einem Brief an Mathilde Wesendonck, seine Muse. In den fünf Liedern für Frauenstimme vertont Wagner die Gedichte von Mathilde. Sie gelten als musikalische Vorstudien für die später folgende Oper Tristan und Isolde. Sehnsuchtsvoll, verheißend, hochromantisch.

Das Leben der Wesendoncks hat durchaus Regionalbezug: ­Mathilde ist, genau wie ihr Mann Otto, in Wuppertal-Elberfeld geboren, sie ging in Düsseldorf zur Schule und ist in Bonn begraben. Otto Wesendonck stellte Wagner das Gartenhaus seiner Villa zu Verfügung, kaufte die Aufführungsrechte am Ring des Nibelungen und blieb Wagner, trotz dessen inniger Beziehung zu Mathilde, freundschaftlich verbunden, was zahlreiche Briefe belegen.

Der zweiteilige Abend präsentiert die Lieder auf zwei historischen Flügeln des 19. Jahrhunderts und nähert sich in Aussprache und Phrasierung dem Werk Wagners. Zwischen Konzert und Theater, ­Poesie und Drama inszeniert Andreas Baesler einen spannenden Abend im Alten Pfandhaus.

Johana Simon, Sopran
Minjin Posch, Sopran
Mariko Kageyama, Mezzo
Eva Nesselrath Alt
Bryan López González, Tenor
Neven Nöthig, Schauspieler
Susanna Klovsky, Klavier & musikalische Leitung
Andreas Baesler, Regie
Ruth Groß, Kostüme

Bild: Susanne Klovsky Fotograf Mel Mory Photography

LONDON CALLING

Dienstag, 9. April 2019, 19:00 Uhr

Seit mehr als 30 Jahren zählt ­Concerto Köln mit seinem unverwechselbaren Klang zu den führenden Ensembles im Bereich der historischen Aufführungspraxis. Mit London Calling präsentiert es ein musikalisches Portrait von Geminanis Schaffen:
In seinen Concerti Grossi (Opus I–III und VII) lässt sich die Wandlung eines konservativen zu einem unkonventionellen, überraschenden Komponisten verfolgen. Während sich in den ersten beiden Werken noch ein Corelli-Stil erkennen lässt, ist das Concerto Grosso in B-Dur eindeutig auch vom französischen Stil beeinflusst. Durch die Vermischung der verschiedenen Stile ist aus diesem 6. Concerto ein fantastisches und einzigartiges Werk geworden.

In London herrscht zu dieser Zeit ein Hype um Arcangelo Corelli und so bearbeitet Geminiani dessen Sonaten op. 5 für Orchester. Sein Schüler Charles Avison macht es ihm nach und veröffentlicht 1744 zwölf Concertos, die sich an Cembalosonaten von Domenico Scarlatti orientieren. Laut Lorenzo Alpert, erster Fagottist von Concerto Köln, bezeugen sie „eine nahezu kompositorische Symbiose zwischen Geminiani und Avison“.
 

Bei einem Meet & Greet ab 18 Uhr werden im Foyer Snacks und Drinks angeboten, bevor um 19 Uhr das moderierte Konzert im stilvollen Industrie-Ambiente der BALLONI Hallen am Ehrenfeldgürtel startet.

Foto: Harald Hoffmann 

ZAMUS NACHGEFRAGT

Mittwoch, 10. April 2019, 17:30 Uhr

Geboren 1819 in Köln und gestorben 1880 in Paris, gehört Jacques Offenbach fraglos zu den erfolgreichsten Komponisten des 19. Jahrhunderts. Mit gerade vierzehn Jahren verließ der Sohn des Kölner Synagogenkantors seine Heimatstadt, um in Paris als einer der größten Violoncellisten seiner Zeit Karriere zu machen. An seinem Théâtre des Bouffes-Parisiens setzte er ab 1855 entscheidende Impulse für das gesamte europäische Musikleben.

Als einer der produktivsten und innovativsten Musikdramatiker seiner Zeit schuf er Hunderte Operetten und Opéra-comiques, aber auch romantische Opern, Schauspielmusiken, Ballette sowie kammermusikalische Werke und Lieder.

Dr. Ralf Olivier Schwarz promovierte zu Jacques Offenbachs Werken und ist seit 2015 als Studienrat abgeordnet an die Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main. Ende 2018 erschien von ihm ein Portrait Offenbachs, das von der Presse als „das neue deutschsprachige Standardwerk zu Jacques Offenbach“ gefeiert wurde.

Bei zamus nachgefragt diskutiert er zusammen mit Dr. Norbert Bolin an- lässlich Offenbachs zweihundertsten Geburtstags.

Schwarz, dessen neues Buch über Offenbach im Dezember erschienen ist. Der Eintritt ist frei.

Bild: Oliver Schwarz Fotograf Michel Kleinespel

SPOTLIGHT: MAX REGER

Mittwoch, 10. April 2019, 20:00 Uhr

Max Reger war ein Getriebener. Gerade als junger Mann war er voller Kompositionseifer und Schaffensdrang. Er wollte üppige, wuchernde Musik schreiben und nannte seine Orgelwerke „meine Elephanten“.

Neben diesen Kolossen existieren aber auch Zyklen mit kürzeren Stücken wie auch das Präludium und die Fuge in C-Dur, sein erstes Werk für Orgel. Sie sollten HörerInnen oder InterpretInnen den Zugang zu Regers Musik erleichtern, denn viele seiner Werke galten als überladen und sperrig.

Der Organist Martin Schmeding aus Leipzig war 1999 Finalist im ARD-Musikwettbewerb und gewann außerdem den Preis der deutschen Schallplattenkritik sowie den ECHO Klassik. Er hat sämtliche Orgelwerke von Reger bei Cybele Records aufgenommen. In der Friedenskirche spielt er an der neuen ­Woehl-Orgel und an einem historischen Blüthner-Flügel frühe Orgel- und Klavierwerke von Max Reger.

Foto: Martin Schmeding

RENDEZ-VOUS CHEZ OFFENBACH

Donnerstag, 11. April 2019, 20:00 Uhr

Der Lebemann und Revolutionär Jacques Offenbach wird 1819 in Köln geboren. Schon als Junge tritt Offenbach in einem Gasthaus in der Nähe des Kölner Neumarkts auf. Er spielt Cello zusammen mit seiner Schwester Isabella (Klavier) und seinem Bruder Juda (Violine), der sich später Julius oder Jules nennt.

In derselben Konstellation wie die Offenbach-Geschwister treten Evgeny Sviridov, Davit Melkonyan und Tobias Koch auf. Sviridov ist Konzertmeister bei Concerto Köln und gewann 2010 den 1. Preis beim Bachwettbewerb in Leipzig. Melkonyan ist ebenfalls Preisträger des Bachwettbewerbs und erhielt den Förderpreis Artist in ­Residence Deutschlandfunk und Musikfest Bremen 2012. Koch gastiert als Solist, Kammermusiker und Liedbegleiter bei bedeutenden Festivals in ganz Europa.

Zusammen spielen die Musiker Gemeinschaftswerke von Jacques Offenbach und Friedrich von Flotow, den Offenbach-Brüdern, Camillo Sivori und Hippolyte Prosper Seligmann, außerdem Stücke von Felix Mendelssohn Bartholdy und Ferdinand Hiller. Sivori war ein Schüler von Niccolò Paganini, Seligmann ein berühmter Violoncellist und Pultnachbar von Offenbach an der Pariser Opéra Comique. Zusammen schufen sie ein Duo für Violine und Cello mit Klavierbegleitung über dem Sirenenchor aus der Oper ­Oberon von Carl Maria von Weber. Hiller bewegte Mendelssohn zu einer Umarbeitung seines d-Moll-Trios.
Sviridov, Melkonyan und Koch erinnern an die Verbindung zwischen Köln und Paris, Rhein und Seine, Klüngel und großer Weltbühne.

Bild: Evgeny Sviridov Fotograf Hanna Witte

Das zamus bietet „Rendez-Vous Chez Offenbach“ im Rahmen eines Musikvermittlungsprogramms für SchülerInnen und SeniorInnen an.

JOHANNES-PASSION

Freitag, 12. April 2019, 20:15 Uhr

Ganze 200 Jahre hat es gedauert, bis die Johannes-Passion von Heinrich Schütz in Bonn uraufgeführt wurde. Anders als bei anderen bekannten Passionen, beispielsweise von Johann Sebastian Bach, ist die Besetzung hier rein vokal. Schütz achtet einerseits auf präzise Textgenauigkeit, andererseits auf eine komplexe Stimmführung.

Neben der Johannes-Passion von Schütz widmet sich der Kölner Domchor – Knaben unter der Leitung von Eberhard Metternich auch anderen Komponisten aus dem 16. Jahrhundert. Er wird Passionsmotetten von Giovanni Pierluigi da Palestrina, Orlando di Lasso und Tomás Luis de Victoria aufführen.
Das Konzert erfolgt im Rahmen der Musik am Dreikönigenschrein im Kölner Dom. Aus ihm ist der Kölner Domchor nicht wegzudenken: Der Knabenchor, mit Männerstimmen verstärkt, ist seit mehr als 150 Jahren wesentlicher Bestandteil der Liturgie und daneben weit über Köln hinaus bekannt.

Metternich, Domkapellmeister seit 1987, hat die Sänger zu zahlreichen Erfolgen bei nationalen und internationalen Chorwettbewerben geführt. Seit 1993 hat er einen Lehrauftrag für Chorleitung an der Hochschule für Musik und Tanz Köln.

Bild: Koelner Domchor Fotograf Beatrice Tomasetti

MUSIC. MY LOVE - MARATHON

Samstag, 13. April 2019, 00:00 Uhr

Während des MUSIC. MY LOVE – MARATHONS haben Sie die Möglichkeit, 25 Konzerte an vier verschiedenen Orten im Schatten des Doms, ganz nach Ihren musikalischen Vorlieben, mit nur einer Eintrittskarte, zu besuchen.

Ein wahres Fest für die Ohren der Alte-Musik-Genießer, aber auch ein interessantes Erlebnis für neugierige Menschen, die die alte Musik nur einen Tag lang mal ausprobieren und entdecken möchten. Von Bach und Rossini über Corelli, Strauss und Debussy bis Händel und Mozart ist alles dabei und jeder kann sich seinen individuellen Musik-Tag selbst gestalten. Abends treffen sich alle, die Lust haben, mit den Künstlern im Lederer, um zu feiern und den Tag ausklingen zu lassen. Start- und Endpunkt des ganztägigen Musikmarathons ist die Minoritenkirche.

Man kann ein Ticket für den gesamten Tag, also für alle Konzerte, erwerben. Dieses kostet 22 Euro für Erwachsene und 18 Euro für Kinder.

Details zu den Veranstaltungen:

MINORITENKIRCHE:
12:30 Uhr: START: Bach trifft Rossini – und wie!
Kölner Kammerchor, Peter Neumann

14:00 Uhr: Cello-Gipfel
Werke von Offenbach, Battanchon
Christophe Coin, Davit Melkonyan, Andreas Müller, Eglantine Latil

16:00 Uhr: Rencontres dansantes
Werke von Debussy, Couperin, Poulenc
Natalia Lentas, Tobias Koch

17:00 Uhr: Bach – Suiten III und V
Violoncello Solo
Christophe Coin

18:00 Uhr: Entdeckungen
Werke von Händel, Schaffrath, Benda
NeoBarock

19:00 Uhr: Grand Tour
Werke von Barrière, Geminiani, Quantz
Cicerone Ensemble

20:00 Uhr: „So ist die Lieb‘!“
Werke von Wolf, Debussy, Strauss
Hannah Morrison, Tobias Krampen

21:00 Uhr: ZIEL: Orchēstra Kairos – Premiere!
Werke von Händel, Leclair, Vivaldi, Bach
u.a. Christophe Coin, Evgeny Sviridov, Davit Melkonyan


DOMFORUM:
18:00 Uhr: Lass uns Träume spinnen
Werke von Bach und Rameau
Elignia Quartett

19:00 Uhr: Zen meets Baroque
Shakuhachi und Traversflöte
Martina Binnig

20:00 Uhr: Meienzit
Musik & Poesie aus Mittelalter & Renaissance
Mark Weigel, Dietmar Berger


ANTONITERKIRCHE:
15:00 Uhr: Musik der Empfindsamkeit
Werke von Hertel, Mozart, Pescetti
Concert Royal Köln

16:00 Uhr: Simply Bach!
für Blockflöte und Cembalo
Dominik Schneider, Marta Dotkus

17:00 Uhr: Virtuose Violinmusik
Werke von Frescobaldi, von Biber, Schmelzer
Anette Sichelschmidt, Christoph Anselm Noll

18:00 Uhr: Arianna – ein Mythos
Werke von Monteverdi, Haydn, Froberger
Anna Herbst, Le Parnasse Musicale

19:00 Uhr: Bläsergipfel
Werke von Zelenka und Händel
Clara Blessing, Simon Böckenhoff, Rebecca Mertens, Christoph Anselm Noll

20:00 Uhr: Mit Händel auf Reisen
Werke von Händel, Scarlatti, Corelli
Arcangelo Trio


MUSEUM FÜR ANGEWANDTE KUNST:
14:00 Uhr: Schubert & Beethoven
Sonaten
Anton Steck, Christina Kobb

15:00 Uhr: Bach I
Suite & Sonate
Annie Laflamme, Wiebke Weidanz

16:00 Uhr: Bach II
Partita & Sonate
Emilio Percan, Luca Quintavalle

17:00 Uhr: Bach III
Musikalisches Opfer
Annie Laflamme, Ariadne Daskalakis, Markus Möllenbeck, Michael Borgstede

18:00 Uhr: Bach IV
Konzert, Fantasie, Ouvertüre
Michael Borgstede

19:00 Uhr: Only Mozart
Sonaten
Anton Steck, Tobias Koch

AUSKLANG: ab 22:00 Uhr in der Gaststätte Lederer

Programm: Download

ZAMUS FAMILY

Sonntag, 14. April 2019, 11:00 Uhr

Könnt ihr euch einen Kaiser vorstellen, der sich nicht fürs Regieren interessiert, nicht für sein Reich, nicht für die Jagd oder das Theater, sondern nur für seine schönen Kleider?
Nun: Diesen Kaiser gab es, und ihr werdet erfahren, wie es ihm erging, als einmal zwei schlaue Gesellen in sein Reich kamen, um ihm die wundervollsten Kostüme zu verkaufen. Und da diese Geschichte vor langer Zeit spielt, ist es klar, dass auch echte Musik aus dem Mittelalter hier dazu gehört!

Kommt mit auf eine Reise in längst vergangene Zeiten. Dort treffen wir Märchenhelden, die sich entscheiden müssen zwischen Lüge und Wahrheit. Es gibt unzufriedene Könige, Herrscher, die alles glauben, was man ihnen erzählt,
Jünglinge, die vor schweren Aufgaben stehen, vielerlei Geheimnisse und immer stellt sich die Frage: Lüge oder Wahrheit – Wahrheit oder Lüge? Aber bekanntlich haben
ja Lügen kurze Beine.

Umrahmt von zauberhafter Musik werdet ihr viel Märchenhaftes hören.


Ein Märchen-Mix aus
Des Kaisers neue Kleider (Andersen), Der Prinz mit den Eselsohren (aus Portugal), Alles glaubt der König doch nicht (aus Österreich)
 

Lüge oder Wahrheit - Bild von Melanie Böttcher

MESSIAH

Sonntag, 14. April 2019, 20:00 Uhr

Eigentlich hatte Georg Friedrich Händel beschlossen, erst einmal eine Pause einzulegen, sah er sich doch zu sehr gequält von seiner Gicht und den jüngsten kompositorischen Misserfolgen. Seine letzten Opernversuche Deidamia und Imeneo fielen gnadenlos durch.

Aber dann überredet ihn sein Librettist zu „einem Werk größer als alle anderen Werke“ – dem Messiah. Händel bekommt eine Einladung nach Dublin und komponiert das komplette Oratorium in nur 24 Tagen, eine Sensation!

Im Messiah kehrt er der italienischen Oper den Rücken und komponiert ein Oratorium, in dem sich Frömmigkeit, Sinnlichkeit und Prachtentfaltung vereinen. Sein Messiah beschloss bald die jährliche Oratoriensaison in der Fastenzeit.

Der britische Cembalist und Dirigent Trevor Pinnock gilt als Pionier in der historischen Aufführungspraxis. Das Neue Orchester und Chorus Musicus Köln werden unter seiner Leitung den Messiah in einem krönenden Abschlusskonzert auf Originalinstrumenten in der Kölner Philharmonie interpretieren.