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Musiker

Kurka, Irene (Sopran)

Bloß keine Langeweile – die Sopranistin Irene Kurka


Es gibt viele Rollen für eine Sängerin. Und nur zu gern werden die Damen der singenden Zunft auf solche festgelegt. Für Irene Kurka aber ist die Freiheit Lebenselixier – vor allem wenn’s um Kunst geht. Ganz bewusst entschied sie sich für eine Leben in der freien Szene und hat es bisher noch nicht bereut. Mit dem nötigen Quentchen Ehrgeiz und Fleiß schaffte sie es, während ihres Studiums in den USA die deutsche Kommilitonin zu werden, die sich auch an schwere Kost heran traut. So kam sie zur Neuen Musik und ihr Können sprach sich herum.


Zur eingehenden Beschäftigung mit der Alten Musik ist sie erst später gekommen, obwohl die klassische Gesangsausbildung ihr natürlich reichlich Gelegenheit zur Auseinandersetzung mit verschiedenen Stilen und Epochen bot. Vielleicht ist es auch das, was Irene Kurka am meisten reizt: das Kombinieren und Ausprobieren, das nicht aufhören zu experimentieren und neu zu erfinden. So wie sie selbst als Konzertgängerin überrascht werden möchte, so ist es ihr ein Anliegen, das Publikum immer wieder zu überraschen. Die Lebendigkeit der Barockmusik gefällt ihr ebenso gut wie die Musik des Mittelalters. Durch einen Masterstudiengang verschafft sie sich Zugang zu dieser Epoche, die ihr neue Türen öffnet. Mutig stellt sie die Musik von John Cage der von Hildegard von Bingen gegenüber und entdeckt Gemeinsamkeiten. In der interpretatorischen Entscheidungsfreiheit der Interpreten, in der Tiefgründigkeit und in der Art der Stimmführung. Mit klarer und flexibler Stimme spürt sie diesen Gemeinsamkeiten nach. Irene Kurkas Konzepte und Ideen sind außergewöhnlich und ganz sicher nicht langweilig.

Irene Kurka startete als Erste im April 2018 einen unabhängigen Podcast für Neue Musik. Er heißt "neue musik leben".

Text: Christina v. Richthofen
 

 

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