Übersicht
Musiker

Schöder, Marie-Friederike (Sopranistin)

Marie-Friederike Schöder – Koloratursopran mit Suchtfaktor


Ob Königin der Nacht, Rosina oder Engel – Marie Friederike Schöder ist gesungene Energie. Dass sie eigentlich einmal Tänzerin werden wollte, erahnt man, wenn man sie auf der Bühne erlebt. Ihre Bewegungen geben wieder, was sie fühlt, und ihre Stimme ist so flexibel wie der Körper einer Ballerina. Im zarten Alter von vier Jahren debütierte sie auf der Bühne als Engelchen in Humperdincks Oper Hänsel und Gretel. Durch das Vorbild ihrer Mutter, der Opernsängerin Juliane Claus, begriff sie schon früh, dass musikalischer Ausdruck sowohl mit stimmlicher als auch mit innerer Beweglichkeit zu tun hat. Dabei war großes Vibrato ihr immer suspekt und ihre Sympathie galt zunächst eher der Alten Musik als der Oper. Bis ihr Talent zum Koloratursopran sich seinen Weg bahnte und ihr Fleiß sie dahin brachte, wo sie heute steht. Marie Friederike Schöder ist eine Sängerin mit unendlich vielen Facetten, mit Energie und Leidenschaft. Ihre Stimme und ihr Wesen vereinen Melancholie und Lebensfreude. Als erste Sopranistin gewann sie 2008 den ersten Preis des Internationalen Johann Sebastian Bach Wettbewerbs Leipzig – ein Türöffner für ihre weitere Laufbahn. Seither folgt sie ihrem inneren Plan, der eigentlich vor allem eines vorsieht: die Göttlichkeit der Musik in die Welt zu tragen und mit ihrem Gesang Gefühle zu zeigen und auszulösen. Ob Bach, Mozart oder Ligeti, Marie-Friederike Schöder glaubt an die Kraft und Einzigartigkeit guter Musik und dabei gibt es für sie keine Ausdrucksschranken. Alte Musik ist Balsam für die Seele, sagt sie, während die Ligeti Soap „Mysteries of the Macabre“ probt, und in den Koloraturen der barocken Oratorien ist sie ebenso zuhause wie im klassischen Opernfach. Vielleicht sind Bewegung und Veränderung das geheime Elixier ihrer Stimme.


Text: Christina v. Richthofen

 

 

 zur Website

Musiker der KGAM e.V.