zamus: academy

Das Stipendienprogramm für Studierende

 

Die Kammermusik ist Herzstück des Musiklebens im 18. Jahrhundert — und gleichzeitig fordert und schult sie die Interpreten in besonderem Maße. Von klanglichen, stilistischen und interpretatorischen Fragen über Themen wie Intonation, Artikulation und Absprachen bis hin zur richtigen Balance zwischen Führen und Führen-Lassen: Ensemblespiel bedeutet, musikalisch, spielerisch und menschlich zusammenzufinden. In der Kammermusik und im gemeinsamen Musizieren die eigenen Fähigkeiten in ein großes Ganzes einzubringen und zu verbessern:
Das ist das zentrale Anliegen der zamus: academy.

 

Einmal pro Jahr werden in einem Bewerbungsverfahren Stipendiat:innen für die zamus: academy ausgewählt, in der sie Seite an Seite mit den Dozent:innen musizieren. Das gemeinsam erarbeitete Programm mit Kammermusik des 18. Jahrhunderts wird zum Abschluss der Arbeitsphase in einem Konzert des zamus: early music festival in Köln präsentiert. Dieses Cross-Playing-Modell ermöglicht den Stipendiat:innen neue, wertvolle Erfahrungen musikalischer Art wie auch in Hinblick auf Probenarbeit, Kommunikation in kreativen Prozessen und Vernetzung mit anderen Musiker:innen.
Clara Blessing © Sabrina Weniger

Prof. Clara Blessing © Sabrina Weniger

Das Zentrum für Alte Musik Köln (zamus) stellt die Probenräume, übernimmt Logiekosten und die finanzielle Unterstützung in Form eines Stipendiums für die Teilnehmenden.

Initiiert wurde das Projekt von den zamus-Mitgliedern Clara Blessing (Barockoboe) und Leonard Schelb (Travers- und Blockflöte), die solistisch, kammermusikalisch und im Orchester weltweit konzertieren und als Professoren an den Musikhochschulen in Köln, Düsseldorf, Würzburg und Trossingen unterrichten.

Ausschreibung zamus: academy 2022

 

 

 

 

 

Prof. Leonard Schelb © Sonja Werner

zamus:academy richtet sich dieses Jahr erneut an Studierende historischer Instrumente in den Kategorien:

 

Barockoboe, Traversflöte, Bassinstrument (Cello/Fagott/Gambe), Cembalo

(Für jedes Instrument kann ein:e Teilnehmer:in ausgewählt werden.)

Dozent:innen: Prof. Leonard Schelb, Prof. Clara Blessing

Das Repertoire für die diesjährige zamus: academy wird nach Eingang der Bewerbungen festgelegt. Im Zentrum des Programms wird Holzbläser-Kammermusik des 18. Jahrhunderts stehen.

Ablauf:

21.05.: vormittags Anreise nach Köln

21.05. bis 24.05.2022: Probenphase im zamus Köln

25.05.2022: Symposium & Abschlusskonzert im Rahmen des zamus: early music festival

25.05.: Abreise

 

Bedingungen:

 – Zum Zeitpunkt der Anmeldung muss der/die Bewerber:in immatrikuliert und darf nicht älter als 30 Jahre sein.

– Während des Projektes gelten die aktuellen Bestimmungen des Infektionsschutzgesetzes  und die zum Kurszeitpunkt gültigen Corona-Schutzverordnung.

– Einsendeschluss ist der 15.03.2022, die Stipendienvergabe der Jury wird Ende März 2022 bekannt gegeben. Die Jury besteht aus den Dozent:innen der zamus: academy und Ira Givol, Künstlerischer Leiter des zamus: early music festival.

– In der Bewerbung muss eine Audioaufnahme (415HZ) auf einem barocken Instrument mit  Repertoire des 18. Jahrhunderts mit 3-5min Länge enthalten sein.

– Es wird jeweils ein Stipendium vergeben, das sich auf 300 € beläuft. Übernachtungskosten (Halbpension) in Köln für den Zeitraum vom 21.05. bis zum 25.05.2022 werden übernommen

 

Die Dozent:innen

Leonard Schelb

… studierte Blockflöte und Traversflöte an den Musikhochschulen in Freiburg, Frankfurt und Basel bei Prof. Agnes Dorwarth, Michael Form, Prof. Marc Hantaȉ, Prof. Karl Kaiser und Prof. Michael Schneider.

Sein besonderes Interesse gilt der deutschen und französischen Barockmusik, die er mit tiefen Einblicken in die Quellenlage und durch sein großes Interesse an Satztechnik immer weiter zu differenzieren sucht.

 Engagements als Flötist und Solist bei bedeutenden Ensembles und Orchestern (z. B. Akamus Berlin, Freiburger Barock-Orchester, La Stagione Frankfurt, Bach-Orchester Mainz, Concerto Köln, Nuovo Aspetto mit Valer Sabadus) führten ihn zu Festivals und Konzertreihen in ganz Deutschland und Europa sowie Syrien.

 Leonard Schelb hat seit 2018 die Professur für Traversflöte an der HfMT Köln inne und lehrt auch an der RSH Düsseldorf. Seine bisherigen Einspielungen wurden von der Fachpresse mit Begeisterung aufgenommen.

 

Clara Blessing

… ist als Solistin, Kammermusikerin und im Orchester auf jeweils zeitgenössischem Instrumentarium von Barock bis zur Moderne tätig. Dabei musiziert sie als Solooboistin u.a. mit Concerto Köln und dem Köthener BachCollektiv, La Divina Armonia unter Dirigenten wie Sir Simon Rattle, Sir John Eliot Gardiner, Kent Nagano und Teodor Currentzis.

Als seinerzeit jüngstes Mitglied gehörte sie auf derselben Position dem European Union Baroque Orchestra an. Ihre Konzerte führen sie in Häuser wie Royal Albert Hall, Berliner Philharmonie, Concertgebouw Amsterdam und KKL Luzern.

Gefördert von der Studienstiftung des Deutschen Volkes, der Deutschen Stiftung Musikleben und Yehudi Menuhin „Live Music Now“, war sie von Christian Schneider und Michael Niesemann ausgebildet worden und legte ihr Konzertexamen an der Folkwang Universität der Künste Essen mit Auszeichnung ab.

Seit dem Sommersemester 2020 lehrt Clara Blessing als Professorin für historische Doppelrohrblattinstrumente an der Würzburger Musikhochschule, seit dem Wintersemester 2021 betreut sie zusätzlich die Studierenden an der Musikhochschule Trossingen.